Dieser Barolo ist ein Blend aus Lagen in fünf verschiedenen Dörfern. Ravera aus Novello, Gustava und Garretti aus Grinzane Cavour, Ornato, Briccolina, La Serra und Lirano aus Serralunga, Mosconi aus Monforte und Roncaglie aus La Morra. Im Hause Pio Cesare hat man von alters her auf den Blend-Barolo geschworen, wie das auch immer noch Bartolo Mascarello und andere machen. Der Ausbau erfolgt zum größten Teil im großen Holzfass aus französischer und slawonischer Eiche. Zehn Prozent reifen aber für ein Jahr in Barriques in Zweit- und Drittbelegung. Nach dem ersten Jahr zieht der Barrique-Wein ebenfalls um ins große Holzfass, wo er ein zweites Jahr ausgebaut wird. Der Unterschied zwischen Barolo und Barbaresco wird klar deutlich. Die große Feinheit und Verspieltheit des Barbaresco wird hier im Barolo eindeutig mit intensiver Struktur und Dichte getoppt. Ich probiere ein Fassmuster, der Wein kommt erst in einem Jahr, 2023, auf den Markt. Pio Cesares’ Barolo vereint die besten Eigenschaften jedes der Barolo-Dörfer, aus welchen die Trauben kommen. Intensive, saftige rote Kirsche mit einer schwebenden balsamischen Kräuter-Note. Im Mund dunkel, körperreich. Schwarzkirsche, Lakritz mit rauchig-erdiger Mineralität wickeln sich um die leicht strukturierten Tannine, die an nasse Kreide erinnern. Eine phänomenal präzise Fruchtklarheit – und die Frucht schiebt so wunderbar von hinten mit Druck. Der Gevrey-Chambertin aus Barolo. 60.000 Flaschen wurden von diesem trinkigen Stoff gemacht.