Der Hendelberg ist die höchstgelegenste Lage in diesem Teil des Rheingaus, direkt am Waldrand. Sehr kühl. Steile Südwesthänge mit Phyllitschiefer. Der Weinberg profitiert immer von dieser sehr kühlen Klimazone, die durch markante Winde noch verstärkt wird. Im Zuge des mediterranen Klimawandels ist diese Kühle natürlich perfekt. In Fakten: 100 Prozent Handlese, schonende Ganztraubenpressung, spontane Vergärung mit den natürlichen Hefen und 16 Monate auf der Vollhefe im großen Holzfass ausgebaut. Die Weinberge liegen bis auf 300 Höhenmeter hoch. Der Hendelberg hat immer eine hohe Spannung und mineralische Strahlkraft. Das passt perfekt zu diesem sehr harmonischen, cremigen, unglaublich eleganten und feinen Stil von Familie Kühn. Das heißt wir haben dieses hohe Spannungsfeld aus der Vitalität und Energie der Lage und diesem seelenruhigen Weinstil von Kühn. Das ist einfach eine super Kombination. Peter Bernhard Kühn erinnert der Jahrgang in seiner unaufdringlichen Intensität ein bisschen an 2016. Die ruhende Kraft aus der Tiefe, beim Hendelberg immer mit diesem tollen Spannungsbogen aufgeladen. Zitronenabrieb, Zitronengras, etwas Feuerstein, auch ein Touch grüner Tee. Viele 2021er waren ja sehr fordernd, die 2022er hingegen sind harmonischer und runder, nehmen den Trinker mehr mit in ihrer ruhigen, eleganten Art. Tänzelnd und filigran, es gibt keine Schwere in diesem Wein. Das ist schon beachtlich, wenn man die Hitze des Jahrgangs bedenkt. Die unterschwellige Steinvibration und kräuterwürzige Kühle bleibt aber die DNA des Hendelbergs. 95-96/100