Die Nase dieses reinsortigen, uralten Grenache ist seit vielen Jahren einfach eine Offenbarung. Das ist Chateau Rayas für kleines Geld. Rote Frucht, intensive Himbeere unterlegt von Salz und Gesteinsmehl. Blumen ohne Ende. Kalksteinstaub. Leichte Erdbeere daneben, dann diese leicht vegetabile Note von den Rappen, die aber total reif waren. Das Ganze ist genial verwoben! Auch ein bisschen ein biodynamischer Dujac-Burgunder-Stil. Wow, schon die Nase ist eine Offenbarung! Es ist schwer, das als Côtes du Rhône zu identifizieren. Loire-Naturwein aus Cabernet Franc oder Burgund. Im Mund geht in Sachen Mineralität echt die Post ab. Die Augen ziehen sich zusammen. Wieder diese hohe Mineralität: Gesteinsmehl mit konzentrierter Himbeere, Erdbeere und roter Kirsche. Pinke Grapefruit. Dazu helle Lakritze, helle weiße Schokolade, Grafit und eine feine Chilischärfe. Unendlich lang… Die Schärfe kommt sicherlich aus den 100 Prozent Rappen, die aber ganz reif waren. Das ergibt insgesamt eine Komposition, die sowohl der Naturwein-Freak wie auch der Connaisseur lieben und schätzen wird. Und für dieses kleine Geld gibt es kaum etwas Besseres an der Rhône zu kaufen. Großes Glas, schnüffeln, kühl trinken. Einfach ein genialer, schicker Stoff! *** Die Cuvée Spéciale ist ein reiner Grenache aus weit über 70 Jahre alten Reben. Die Plots für den Wein liegen an der Grenze zwischen Châteauneuf-du-Pape und Courthézon, also dort, wo auch Beaucastel und Janasse ihre besten Reben der Top-Cotes du Rhone stehen haben, Coudoulet und Garrigues. Der Wein hat 14,5 Volumenprozent Alkohol. Der Wein neigt immer total zur roten Frucht. Um ehrlich zu sein: Mein absoluter Liebling unter den Tardieu Weinen, weil er einfach so ein sensationelles Preis-Leistungs-Verhältnis hat und baugleich zum Châteauneuf Cuvée Spéciale daherkommt. So etwas wie diesen Wein gibt es keine zwei Mal zu diesem Preis. Die Trauben werden nicht entrappt – eine Parallele zur Cuvée Spéciale aus dem Châteauneuf-du-Pape. Die Reben stehen nur eben direkt außerhalb der Appellation, was der Qualität der Weine jedoch keinen Abbruch tut. Nach der Spontangärung in Betonfudern wird der Wein schonend abgepresst und für acht Monate in zwei- und dreijährigen Barriques ausgebaut. Danach weitere zehn Monate im Stockinger-Doppelstück. Die Weine werden nicht geschönt und nicht filtriert, bevor sie in die authentischen Burgunderflaschen gefüllt werden. Ab dem Jahrgang 2020 mit der teuersten Korkvariante von DIAM ausgestattet, die neben Naturkork 100 Prozent natürliche Materialien wie Rizinusöl und Bienenwachs enthält.