Der Schiefersteil hat in der Tat Schiefer als ersten Eindruck in der Nase, das ist sowas wie seine DNA und unterscheidet ihn vom fruchtigeren Haus Klosterberg. Er ist viel mehr auf dem Stein als der Haus Klosterberg. Massiv im grauen Schiefer, hochintensiv, aber es deutet sich schon auch der intensive Charme an, den der Jahrgang hat. Die Frucht ist nicht so gelb wie in 2022, etwas helltöniger und kühler wirkend. Dennoch wenig Zitrusfrucht, nichts Grünes oder Anstrengendes, wir bleiben in saftig-reifem Steinobst. Aber der Mineralausdruck ist vorne beim Schiefersteil, das ist klar. Der Mund ist aromatisch und blumig, intensiv und gleichzeitig unanstrengend. 2023 hat diese Entspanntheit, die 2016 und 2012 auch hatten, da stimmt einfach alles. Dennoch eine tolle Spannung, Dichte und Druck, da bleibt kein Wunsch offen. Die Salzigkeit des Schiefers kommt durch, strahlend und perfekt verwoben. Ein traumhaft balanciertes Gesamtbild in 2023. Das Jahr der Harmonie und Finesse und noch etwas kühler als 2022, gefällt mir sehr. 93/100