In 2024 hat Jadot auf den Domaine-Flächen in der Côte de Nuits rund 80 Prozent der Ernte verloren, aufgrund von leichtem Frost, vor allem aber durch extremen Mehltau-Befall, der schon in die Blüte stark reingehauen hat und über den kühlen, regenreichen Sommer auch kaum abgenommen hat. Das Gute am Mehltau ist allerdings, dass die – im Gegensatz zu Oidium – in der Regel gut eintrocknen und dann über den Reifeverlauf einfach abfallen oder leicht auszusortieren sind. Somit macht es qualitativ keinen riesigen Unterschied, aber es reduziert eben dramatisch die Mengenausbeute. Dadurch sind die 2024er Roten dem Jahrgang entsprechend zwar schlank und rassig, allerdings weisen sie zugleich eine hohe Konzentration auf durch die niedrigen Erträge. Das ist ein Paradoxon, das in kaum einem Jahr zuletzt so ausgeprägt war wie in 2024. Kühles Jahr, straffe Weine, aber auf sehr eigenwillige Weise durchaus dicht und intensiv. Bei den Weißen war es nicht ganz so dramatisch, da liegt der Ertrag bei 35 hl/ha im Schnitt, also nur leicht unterdurchschnittlich. Sie sind rassig, kanalisiert und energetisch – eine Renaissance des grandiosen 2014. Der legendäre Kellermeister von Jadot, Frederic Barnier, baut sehr klassisch aus. Ein Drittel neues Holz, ein Drittel einjähriges, ein Drittel zweijähriges. Einjähriger, kühler Ausbau in den Kellern von Jadot. Ladoix ist vielleicht eine der spannendsten Weißwein-Appellationen im Burgund der letzten 10 Jahre. Die Lage Clou d’Orge wird von Jadot seit 2007 ausgebaut. Es ist eine Südostexposition mit mergeligem Tonboden auf Kalkstein. Dennoch eher kühle Morgenstunden hier, die Lage wärmt sich nur langsam auf. Wir haben dieselbe Exposition und Höhe wie der Corton-Charlemagne, dazu einen ähnlich weißen Boden. Oberhalb des Weinbergs liegt ein Steinbruch, von dem sehr heller Kalkstein in diese Lage erodiert ist. Die Weine kosten für ihre Qualität einfach einen Spottpreis und sind so unglaublich schön und einladend. Der spezielle Hintergrund dieses Weinbergs bei Jadot ist, dass er jenseits des kleinen Flusses wächst. Also im Bezug auf das Terroir ist er Côtes de Nuits. Sehr viel mineralischer also und mit deutlich mehr Struktur und Charakter als jeder Côte de Beaune, zu der dieser Weinberg offiziell gehört. Deshalb ist dieser Wein so ausdrucksstark. Jeder im Hause Jadot behandelt diesen weißen Ladoix wie einen Premier Cru und obwohl er keiner ist, genießt er höchste Achtung – zurecht wie ich finde. Viele bei Jadot haben diesen charmanten Chardonnay als liebsten Hauswein, das kann ich gut verstehen, denn er macht einfach riesigen Spaß und kostet kein Vermögen. Der 2024er zeigt eine schicke Exotik, aber nie überbordend, rote und gelbe Zitrusfrucht mit Apfel in denselben Farben und Mirabelle. Einfach schön – und in 2024 ungeahnt straff. Nein, es ist kein Riesenwein, aber er hat 18 Monate im Holz gelegen und steckt es weg wie nichts. Er hat schon eine berauschende Mineralität, das spürt man, und das ist nicht verwunderlich, denn das ist ein großartiger Weinberg. Sehr unterschätzt, man bekommt hier viel Wein für das Geld. Ein toller Chardonnay.