Das sind wurzelechte, rund 100 Jahre alte Reben aus nicht flurbereinigten Stücken des Recher Herrenbergs. Dies sind die ältesten Reben des Hauses. Kein Großes Gewächs, aber es ist zu 100 Prozent aus dem Recher Herrenberg. Es ist nicht zulässig, zwei unterschiedliche Große Gewächse aus der gleichen großen Lage, zu machen. Die Vergärung geschieht immer zu 100 Prozent im Stahl, immer komplett entrappt. Bei Stodden wird grundsätzlich spontan angegoren. Standardmäßig gibt es zwei Barriques von diesem Wein, zunächst nur in neuem Holz ausgebaut, dann später in ältere Fässer umgezogen. Die Alten Reben ergeben immer den filigransten und feinsten Wein bei Stodden, da kann nur noch der Mönchberg mit bei ihm. Süße Cassis, Blaubeere, Himbeere, Garrigues und Salbei, auch viel Pfefferminze, die dem Wein eine wahnsinnige Ätherik verleiht. Die Struktur des Alte Reben ist so viel zarter und weniger brachial-minralisch als die des Herrenberg GGs, obwohl die Machart exakt dieselbe ist. Es gibt schon immens viel Struktur hier, aber in 2021 ist es filigraner und leichtfüßiger als in den Blockbuster-Vorjahren. So immense Tanninmassen, aber alles ist reif und fein. Aber viel zupackender als bei den GGs. 2021 hat die Frische und die zwingende Pikanz wie sie 2019 auch hatte, ist klar weniger reich als 2020, es ist der feinste und zarteste Jahrgang, der der am meisten auf der Frische und der Finesse läuft, weil er irgendwie schlank und doch so intensiv ankommt. Sicher eher ein Jahrgang für Pinot Noir-Puristen in dieser klirrenden Mineralität und Feinheit. Ich persönlich trinke solche etwas schlankeren und doch intensiven Spätburgunder wie 2021 sehr gerne. 96-98/100