Das Treppchen ist sicher die spektakulärste Lage in Piesport. Ein extrem steiler Südhang mit silbrig-grauen Schieferverwitterungsböden. Sehr karg, die Erträge sind hier von Natur aus sehr niedrig, aber dafür kommen hier mit die ausdrucksstärksten und mineralischsten Rieslinge der Mittelmosel her. Stefan Steinmetz bewirtschaftet die steilsten Terrassen mit den ältesten Reben im Treppchen, rund 90 Jahre alte Stöcke überwiegend in Einzelpfahl und vieles wurzelecht. Ein echter Mineralhammer im Glas. Feuerstein und Kalkstein dominieren den Duft, dann schieben sich Orangen und Grapefruits dazwischen, grüne Birne. Unglaublich viel Pikanz, alles zieht sich zusammen. Ingwerschärfe überzieht die Zunge. Weiße Johannisbeere und Meersalz. Wow, das ist wirklich monumentaler Stoff, ich bin begeistert. So viel Power in einem Mosel-Wein ist wirklich selten, erinnert mich stilistisch etwas an Molitor in dieser wahnsinnigen Konzentration. Das ist ein Geschoss für Jahrzehnte, aber Mutige können sich auch schon im jungen Stadium von diesem Gesteinsmonster überrollen lassen. Die cremige Dichte sorgt jedenfalls für einen hohen Genussfaktor! Atemberaubender Stoff von Stefan Steinmetz, dem Underdog-Genie.