Die Lese startete Mitte September, also rund zwei Wochen später als im Vorjahr 2023. Was für den kühlen Jahrgang immer noch recht früh ist, Agnès sucht immer die frühe Lese, will die Frische im Wein halten. Das ist ihr Stil, frisch und zart, ohne Wucht. In 2024 hat Paquet leider rund 70 Prozent der Ernte verloren aufgrund des Mehltaus und ein bisschen Frost an manchen Stellen. Es ist also eine sehr überschaubare Kollektion in diesem Jahr. Fans von kühleren Jahren wie 2014 oder auch 2017 in Rot kommen damit aber voll auf ihre Kosten! Der Wein ist – was der Klassifikation nach erstaunlich ist, aber wenn man die Herkunft betrachtet auch wiederrum nicht so sehr – viel filigraner und zarter als Paquets der Bourgogne Rouge, der aus Pommard stammt. Der Hautes-Cotes Rouge ist ein bisschen Agnès Hauswein, denn die Reben stehen nahe der Domaine im Heimatort Meloisey. Hier sind wir bei der typischen unendlichen Feinheit aus einem Potpurri aus dunklen Kirschen und Waldbeeren, auch Veilchen und schlanker Holunder, Lorbeer, geschliffen und kühl. Die Struktur von 2024 ist kühl und fest. Man spürt diesen festen Kern des kühleren Jahres, wie ihn auch 2013 hatte. In diesem kühleren Jahr spürt man, dass wir hier in einem Cool Climate sind, die Weine brauchen etwas mehr Zeit als in den heißen Vorjahren. Die Säure ist hier taktgebend, so immens saftig und verspielt, die Waldbeeren platzen auf der Zunge, dann kommt diese kühle, griffige Kalksteinart, wie sie nur die Hautes-Côtes haben. Anders als das luftige Volnay und das strukturiertere Pommard geht es hier wirklich nur um die Leichtigkeit des Seins. Alles ist zart und schwebend. Ein Traum von einem Hochlagen-Pinot, wie man es nicht für machbar hält aus einem solch heißen Jahrgang. Die hochgelegenen Wälder über Beaune machen es möglich… und solchen Pinot Noir möchte ich Flaschenweise trinken!