Das ist die rechtseitige Nachbarlage vom Marcobrunn. Lößlehm als Oberboden, darunter Ton und Quarzitmergel. Über 50 Jahre alte Reben. Insider bezeichnen den Siegelsberg eigentlich immer als den größeren Marcobrunn, weil die Lage so expressiv ist. Der Marcobrunn braucht viel länger, der Siegelsberg zeigt eigentlich von Anfang an alles. Vor allem eine extrem traubige Aromatik. Darunter weiße Früchte, viel weißer Pfirsich. Der Wein hat einen leichten Weißburgunder-Touch. Sehr floral, helle Blüte. Im Mund präsentiert er sich, im Gegensatz zum noch sehr verschlossenen Marcobrunn, total offen, eben sehr expressiv. Er läuft etwas mehr auf der Frucht als der steinigere Hohenrain, hat mehr Druck aus der gelben Frucht. Mirabelle, Grapefruit, gelber Pfirsich. Der Wein braucht wahnsinnig viel Luft in der Jugend, er changiert in seiner Tiefe immer wieder zwischen Frucht und Gestein hin und her. Am besten aus sehr großen Gläsern und mit ausreichend Zeit genießen. Wir haben krachende Spannung, aber aus den sehr reifen Trauben keinerlei aggressive Noten, alles ist geschmeidig und reif, aber eben gerade so an der Kante, geradeso auf Linie, dass es eben kracht, aber nie zu extrem ist. Ein Wein, der wahnsinnig viel mitbringt und gerade noch ganz am Anfang einer langen Entwicklung ist.