Lobenberg: Alle Weine bei Sylvain entstehen in biodynamischer Weinbergsarbeit, Handlese mit kleinsten Erträgen, alles macht der Großmeister höchstpersönlich. Alles wird im Holz mit Rappen spontanvergoren danach Ausbau im überwiegend gebrauchten Barrique. Erster Umzug und erste Schwefelung nach einem Jahr. Das ist die einzige Lage in Marsannay, die die Chance hat demnächst ein Premier Cru zu werden und es ist wohl klar die beste im Ort. Ost-Südost-Exposition auf 270 Metern in leichter Hangneigung. Der Boden ist enorm karg, kiesig und stark eisenhaltig, demnach etwas rötlich gefärbt, obwohl er auf einem sehr puren Kalksteinfels sitzt. Die Reben sind zwischen 15 und 70 Jahren alt. Nachdem ich jetzt alle Marsannay bei Pataille durchprobiert habe kommt Clos du Roy ins Glas und pustet alles zuvor probierte nochmal weg, das ist einfach in nahezu jedem Jahr so. Sylvain hält 2023 sogar für besser als 2022, aber er weiß, dass das sicher nicht überall zutrifft. Er liebt die saftige Energie der 2023er. Es ist frappierend, dass Clos du Roy immer der eleganteste Wein ist. Die Nase ist so fein, verspielt, tänzelnd, in sich ruhend. Rosenblätter und Veilchen, Orangenabrieb und Noten von rotem Tee. Er hat die Freude und das Licht des Jahrgangs in sich, aber er wird nicht so cremig wie viele 2023er, sondern behält seine kühle, griffige Kalksteinstruktur aufrecht bis ins luftige Finale. Ein großer Pinot Noir mit der Struktur eines Gevrey-Chambertin, aber der Frische von Marsannay.