Ein winziges Boutique-Weingut in Traben-Trarbach. Müllen heißt: fast alles Einzelpfahl, Schiefersteillagen, extreme Handarbeit, keineTechnik, keine Kompromisse. Familie Müllen bewirtschaftet rund 5 Hektar, davon sind 4 komplett in Einzelpfahl in extremer Steillage. Bei Müllens wird Wein gemacht wie vor über 100 Jahren, das heißt, alles wird auf alten Korbkeltern über 20 Stunden lang gepresst. Manchmal wird angequetscht vorher, manchmal nicht, je nach Jahrgang. Dann wird im alten Moselfuder spontan vergoren und lange auf der Hefe ausgebaut. Die Weine verschwinden nach der Abfüllung erstmal für einige Jahre im kühlen Keller der Müllens, bevor sie dann mit einigen Jahren der Reife auf den Markt kommen. Die Müllens lieben trinkreife, harmonische Weine, die ihre Lagerfähigkeit zeigen und nicht in der jugendlichen Frucht- und Schwefelphase getrunken werden sollten. Durchgegoren auf rund 4 g/l Restsüße bei schlanken 11.5% vol. Alkohol, wunderbar. Der Trabener Würzgarten ist nicht zu verwechseln mit dem Ürziger Würzgarten. Beiden Lagen gemein ist aber die intensive Kräuterwürze und der fast wilde Schieferabdruck. Die Nase des Würzgarten ist sehr kräuterig, Majoran und Melisse, hat eine feine Nussigkeit mit Sesam und Erdnoten, etwas Schwarztee. Müllens Weine haben eine eher zurückhaltende Frucht, vor allem in 2021. Die trockene Spätlese aus dem kühlen 2021 duftet nach Pfirsich- und Quittenschale. Ein schöner herber, kerniger Schieferausdruck. Dunkelbeerig mit umamiartiger Säurefrische. Pur und stahlig, wunderbar oldschool.