Ein winziges Boutique-Weingut in Traben-Trarbach. Müllen heißt: fast alles Einzelpfahl, Schiefersteillagen, extreme Handarbeit, keineTechnik, keine Kompromisse. Familie Müllen bewirtschaftet rund 5 Hektar, davon sind 4 komplett in Einzelpfahl in extremer Steillage. Bei Müllens wird Wein gemacht wie vor über 100 Jahren, das heißt, alles wird auf alten Korbkeltern über 20 Stunden lang gepresst. Manchmal wird angequetscht vorher, manchmal nicht, je nach Jahrgang. Dann wird im alten Moselfuder spontan vergoren und lange auf der Hefe ausgebaut. Die Weine verschwinden nach der Abfüllung erstmal für einige Jahre im kühlen Keller der Müllens, bevor sie dann mit einigen Jahren der Reife auf den Markt kommen. Die Müllens lieben trinkreife, harmonische Weine, die ihre Lagerfähigkeit zeigen und nicht in der jugendlichen Frucht- und Schwefelphase getrunken werden sollten. Ein betörendes Bouquet von Kumquat, Passionsfrucht, gelbem Apfel und Quatre Epices. Die subtile Fruchtsüße ist dennoch enorm dicht, konzentriert und cremig. Doch Müllen wäre nicht Müllen, wenn der Wein langweilig süß wäre. Die Säure des Jahrgangs 2020 ist reif und saftig, legt sich wie ein seidener Faden um die reiche Frucht und sorgt für ein elegantes Gleichgewicht. 2020 schält sich immer mehr zum enormen Langstreckenläufer heraus.