Ein winziges Boutique-Weingut in Traben-Trarbach. Müllen heißt: fast alles Einzelpfahl, Schiefersteillagen, extreme Handarbeit, keineTechnik, keine Kompromisse. Familie Müllen bewirtschaftet rund 5 Hektar, davon sind 4 komplett in Einzelpfahl in extremer Steillage. Bei Müllens wird Wein gemacht wie vor über 100 Jahren, das heißt, alles wird auf alten Korbkeltern über 20 Stunden lang gepresst. Manchmal wird angequetscht vorher, manchmal nicht, je nach Jahrgang. Dann wird im alten Moselfuder spontan vergoren und lange auf der Hefe ausgebaut. Die Weine verschwinden nach der Abfüllung erstmal für einige Jahre im kühlen Keller der Müllens, bevor sie dann mit einigen Jahren der Reife auf den Markt kommen. Die Müllens lieben trinkreife, harmonische Weine, die ihre Lagerfähigkeit zeigen und nicht in der jugendlichen Frucht- und Schwefelphase getrunken werden sollten. Der 2021 ist nicht knalltrocken durchgegoren, sondern hat rund 8 g/l Restzucker, um die rassige Säurespur zu balancieren. Das Weinjahr 2021 gilt an der Mosel als Klassiker-Jahr – kühl, spätreif und mit einer vibrierenden Säure gesegnet. Ein Traum für Liebhaber des federleichten, präzisen Mosel-Stils. Martin Müllen hat diesen Charakter mit seinen traditionellen Korbkeltern perfekt eingefangen. Mit mittlerweile rund fünf Jahren Flaschenreife präsentiert sich dieser Wein extrem balanciert und animierend. Unglaublich verspielt, frisch und tiefgründig. Es dominieren Noten von knackigem weißem Pfirsich, grünem Apfel und heller Limette und Bergamotte. Dahinter zeigt sich eine schicke florale Aromatik mit weißen Blüten und etwas Jasmin gepaart mit einer sehr kühlen, minzigen Kräuterwürze und der rauchig-feinen Schiefermineralität des Kröver Paradieses. Der Wein zeigt einen leichten, schlanken Fluss, schlägt am Gaumen aber mit einer enormen Intensität ein. Die in 2021 sehr lebendige Säureader sorgt für ein regelrechtes Vibrato am Gaumen. Ein Musterknabe für die Kategorie Kabinett trocken.