Das sind wurzelechte, rund 100 Jahre alte Reben aus nicht flurbereinigten Stücken des Recher Herrenbergs. Dies sind die ältesten Reben des Hauses. Kein Großes Gewächs, aber es ist zu 100 Prozent aus dem Recher Herrenberg. Es ist nicht zulässig, zwei unterschiedliche Große Gewächse aus der gleichen großen Lage, zu machen. Die Vergärung geschieht immer zu 100 Prozent im Stahl, immer komplett entrappt. Bei Stodden wird grundsätzlich spontan angegoren. Nur 18 Hektoliter Ertrag in 2022. Standardmäßig gibt es zwei Barriques von diesem Wein, zunächst nur in neuem Holz ausgebaut, dann später in ältere Fässer umgezogen. In 2022 war die Trockenheit das bestimmende Thema über den Sommer, dann kam der Regen im Herbst, der zu einem mutigen Wartespiel wurde. Alexander hat einen Großteil seiner Trauben vor dem Regen geholt, weil er nicht pokern wollte oder anders gesagt die reifen Trauben reinholen wollte, um im schlimmsten Fall nicht zu viel zu verlieren. Dann ging es immer wieder hin und her mit partiellen Regenschauern und am Ende war für Alexander alles was vor dem Regen geholt wurde das größere und bessere Material. Eine ungeheuerliche Duftwolke steigt aus dem Glas, reich, warm, würzig, und dann doch wieder kühl, kräuterig, unendlich fein. Ein multikomplexes Ereignis! Zerdrückte Himbeere mit einem Hauch Walderdbeere, Lavendel, Veilchen, mediterrane Kräuter und Bergminze. Die Süße von 2022 erinnert etwas an 2018, hat aber mehr Spannung und Finesse darunter, wirkt weniger wuchtig. Die Struktur des Alte Reben ist so viel zarter und weniger brachial-minralisch als die des Herrenberg GGs, obwohl die Machart exakt dieselbe ist. Die Tannine sind wirklich ein Wunder, massig vorhanden, aber so unglaublich fein und reif, dass man sie nahezu nicht spürt in diesem hohen aromatischen Fruchtdruck. Das ist purer Hedonismus und die Eleganz von Vosne-Romanée an der Ahr, mehr geht nicht!