Rebourseau besitzt etwas weniger als einen halben Hektar im Chambertin Grand Cru. Die Reben sind rund 60 Jahre alt und ergeben etwa 20 hl/ha Ertrag, je nach Jahrgang. Die Parzelle von Rebouseau liegt mittag am Hang nahe des Clos de Bèze, also im nördlichen Teil des Weinbergs. Oben etwas mergeliger mit Bajocien-Kalkstein, nicht ganz so steil wie der Clos de Bèze, unten am Auslauf dann mehr Ton-Anteil im Boden, was die Fülle bringt. 2022 kam erst 2026 auf den Markt, die Produktion wurde zu 100 Prozent eingelagert und 2023 wurde zuerst released. 2022 hat einfach mehr Zeit gebraucht, daher hat sich die Domaine dazu entschlossen. Vergärung mit rund 20 Prozent Ganztrauben und Ausbau in klassischen Burgunder-Barriques mit über einem Drittel Neuholz-Anteil. Wo die 2023er besonders seidig waren, sind die 2022er eher samtig, heißt etwas rauer, etwas griffiger und das obwohl sie ein Jahr mehr Flaschenreife haben. Und dennoch, 2022 ist wohl das beeindruckendere, noch opulentere Jahr, wohingegen 23 etwas kühler und trinkiger ist. 2022 ist wahnsinnig reich und intensiv, kommt mit warmer, würziger, dunkler Kirschfrucht, Milchschokolade, Nelke und Zimtstange, Herbstlaub und Teer. Er hat eine köstliche Fruchtsüße im Mund, die alles überstrahlt. Das ist schon verdammt reich und opulent, vor allem im Vergleich zu 2021 oder 2024, aber es bleibt elegant und geschliffen. Das Winemaking heute ist so perfektionistisch, dass es eben nicht ins Fette überläuft, sondern trotz dieser warmen Süße immer präzise und trinkfreudig bleibt. Man wird nicht überwältigt, hat aber schon irre viel Wein im Mund.