Chateau d'Esclans: Garrus 2023

Chateau d'Esclans: Garrus 2023

Zum Winzer

Grenache 64%, Rolle 33%, Cinsault 2%
rosé, trocken
14,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2043
strukturiert
unkonventionell
mineralisch
Lobenberg: 95–96+/100
Suckling: 95/100
Falstaff: 96/100
Decanter: 95/100
Frankreich, Provence
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Garrus 2023

95–96+
/100

Lange Zeit war der Garrus seit seiner Einführung 2006 der mit Abstand teuerste Rosé der Provence – und einer der hochpreisigsten der Welt. Kultig und legendär oder etwas too much und preislich überzogen?! Am Garrus scheiden sich die Geister. Fraglos ist es einer der beeindruckendsten und wuchtigsten Rosés überhaupt. Ein Unikat, wie die meisten ikonischen Weine, die sich in der preislichen Spitze ihrer Kategorie tummeln. Der Wein stammt von einem über 100 Jahre alten Grenache-Weinberg mit Beigabe von etwas Rolle, also Vermentino. Weiße und rote Trauben müssen in der Provence zusammen gepresst werden. Handlese und penible Auslese der Trauben per optischer Sortiermaschine und per Hand. Inhaber und Winemaker Sacha Lichine kommt ursprünglich aus Bordeaux (Château Prieuré-Lichine in Margaux), entsprechend ist hier technisch alles Highend. Der Wein wird zu 100 Prozent im Holz ausgebaut, dicht und schmelzig. Netzmelone, duftige Litschischalen, satter Holzdruck, der den Wein ordentlich anschiebt. Die Intensität ist schon ziemlich gewaltig hier. Der Wein braucht immer ein paar Jahre, um das Holz etwas zu verdauern und seine Eleganz mehr durchscheinen zu lassen. Zwar wird der Wein stets in 100 Prozent neuem Holz ausgebaut, 600 Liter Rousseau und Stockinger, aber an sich ist hier das zarteste und eleganteste Most der Domaine. Nur 100 Prozent Freerunjuice, ganz zarter Saft mit sehr niedrigen pH-Werten, der höchsten Säurebrillanz, ganz feine Struktur. Der Wein nimmt das Holz schon gut mit, obwohl das darunterliegend schon eher ein feinerer Saft ist. Er hat genug Dichte und in 2021 vor allem auch eine geniale Frische. Dieses kühlere, feinere Jahr tut auch der Provence sehr gut, wie das im Rhônetal auch schon der Fall war. Sehr schick, geschliffen, mit milder Limette, pink Grapefruit, Litschi und grünem und rosigem Pfirsich, Zitronengras und ein zarter Hauch Garrigues und Meersalz darunter. Vordergründig ist der Garrus immer satt vom Holz geküsst, erinnert etwas an weißen Bordeaux in dieser Mischung aus exotisch-opulenter Fruchtintensität mit noblem Holzschub als Unterbau. Aus der Provence hat man sowas jedenfalls selten bis nie im Glas. Strukturell ein hochintensiver, opulenter und hedonistischer Rosé mit irre viel Struktur und luxuriöser Cremigkeit. Hält jedem Menü stand und hinterlässt beim Genießer ordentlich Eindruck. Ob man Rosé mit Neuholz oder lieber fruchtig-leicht mag, ist Geschmackssache. Ein großer Wein ist der Garrus allemal.

95
/100

Suckling über: Garrus

A splendid rosé, driven and tense. It shows notes of lemon tea, melon, fresh apricots, wild herbs and some rocks. Medium- to full-bodied with bright acidity. Seductive and succulent, with a stream of acidulated fruit on the palate framed harmoniously and funneling into the long finish. Drink or hold.

96
/100

Falstaff über: Garrus

Helles Lachsrosa, messingfarbener Touch, silberfarbene Reflexe. Zarte Nuancen von roten Waldbeeren, etwas Pfirsich und Ringlotte, ein Hauch von Holzwürze, Nuancen von Vanille und Karamell, attraktives Bukett. Kraftvoll, saftig, gelbe Fruchtnoten, cremige Textur, Marillen und feiner Honig im Nachhall, zeigt Länge und Potenzial.

95
/100

Decanter über: Garrus

World Wine Awards 2025: Vast swathes of red berries, toasted nuts and saffron spice give way to a sumptuous Eton Mess complexity with a beguiling acidity and soft texture. Pure luxury.

Mein Winzer

Chateau d'Esclans

Das malerische Château d’Esclans liegt eingebettet ins idyllische Hinterland nordöstlich von Saint-Tropez im Herzen der Provence. Als sich der Bordelaiser Sascha Lichine 2006 in das Anwesen verliebte und es erwarb, hatte er bloß keineswegs ein schickes Feriendomizil im Kopf, sondern nichts...

Garrus 2023