Lobenberg: Das Château des Bachelards ist ein Vorzeige-Demeter-Weingut mitten im Herzen von Fleurie. Das Schloss ist annähernd ein Jahrtausend alt, von den Benediktinermönchen von Cluny erbaut und seit jeher auch Weinbauinstitution. Heute bio- und biodynamisch zertifiziert und in jeglicher Hinsicht auf naturnahen Anbau und Nachhaltigkeit ausgelegt. Agroforstwirtschaft in den Reben, die Unkräuter werden von Schafen beseitigt, Bienenvölker leben zwischen den Stöcken, alle Weinberge werden mit dem Pferdepflug bewirtschaftet. Einzelpfahlerziehung wie an der Mosel, sehr ungewöhnlich in den nicht ganz so steilen Lagen des Beaujolais. Sie merken, bei diesem Weingut ist alles ein bisschen anders, so sind auch die Weine. Der Clos des Bachelards ist die Monopol-Lage im Herzen des Weingutes. Ein uraltes Terroir, schon von Mönchen bewirtschaftet und wie alle Weine des Château auf Granitboden, in Fleurie ist es pinker Granit. Es liegt direkt vor dem Schloss wie ein kleiner ummauerter Garten, Bäume und Sträucher stehen zwischen den Reben. In 2022 wurde der Clos komplett in einem Fuderfass ausgebaut. Der Wein ist reich und intensiv, bleibt aber zu jeder Zeit total schwebend und fein. Es gibt nichts Üppiges im Le Clos, er ist nochmals so viel eleganter, zarter und schwebender als der Fleurie Village. Er zeigt leichte Anklänge von roten und blauen Waldbeeren und Waldbodenaromatik, Schlehe und sehr viel schwarzen und roten Tee. Das Ganze ist ätherisch, kräuterig, nicht so sehr auf der Frucht laufend, sondern eher erdig-mineralisch. Unglaublich druckvoll und mundfüllend – man mag kaum glauben, dass ein Fleurie so viel Mineralität, Konzentration und Power entfalten kann. Er ist strukturierter und seriöser, dichter und kompakter als der normale Fleurie Village, ist aber gleichzeitig nicht schwerer, im Gegenteil, er ist noch feiner und tänzelnder. Bleibt ewig am Gaumen stehen mit feinmineralischer Graphitnote, die sich auf der Zunge festbeißt wie ein Fels in der Brandung. Ein irrer Wein und sicher einer der besten Beaujolais überhaupt. In der Jugend können die Weine etwas scheu sein, aufgrund ihres speziellen Ausbaus. Man kann sie etwas früher öffnen oder karaffieren. Riesiges Alterungspotenzial, ein ganz großer Cru für Jahrzehnte in 2022!