Lobenberg: Extrem dichte Pflanzung auch in der Sommerhalde. Hier haben wir dunkle Muschelkalkböden mit leichtem Eisenanteil. Die Sommerhalde hat durch die Waldnähe die größte Tag-Nacht-Amplitude aller Lagen von Julian Huber, zugleich ist es ein warmer Südhang. Das Terroir ist hier definitiv am burgundischsten. Er hat immer etwas umarmendes, so eine feine Frucht die durchaus an Chambolle-Musigny erinnert. Sehr kleinbeerig, konzentriert, jetzt als 2022er aber noch recht verschlossen zu Beginn. Mit etwas Luft offenbart sich die dunkle, konzentrierte Kirschfrucht. Wirklich wunderschöne, betörende rote und schwarze Kirsche. In 2022 wieder ganz dezent mit Rappen gearbeitet, allerdings niemals zu leiden der brillanten Frucht. Durch den sehr geringen Saftanteil wurde maximal ein bis zwei Mal gestoßen, ansonsten nur ganz sanftes überschwallen. Ausbau in burgundischen Barriques, rund ein Drittel neu, Verbleib für 16 Monate im Fass. Tolle Konzentration in extrem reifer, dunkel getönter Kirsche, Maulbeere, reifer Weinbergspfirsich. Der Mund ist eine Explosion an Saftigkeit, reife Schwarzkirsche, sogar Minze. So schick und delikat, so sehr auf leckerer und süßer Frucht laufend, dass man das direkt austrinken will. Ordentlich Druck, ganz geschliffenes Gerbstoffgerüst, das hat schon locker zwei Jahrzehnte und wahrscheinlich auch mehr Reifepotenzial, aber man kann es eben auch direkt in den ersten Jahren schon genießen, weil es so hochfein, charmant und balanciert ist. Die Sommerhalde ist zum Reinspringen schön. Betörend.