Es gab 2025 keinen Frost und keinen Hagel bei Luckerts, was schon mal ein großer Gewinn ist für das zuletzt oft frostgebeutelte Weingut. Der Sommer war warm und nicht zu trocken, sodass es bei Luckerts ein nicht allzu früher Lesestart war in der zweiten Septemberwoche. Die Rieslinge sind dann in den Regen reingekommen hintenraus, sodass es etwas Botrytis gab, die aussortiert werden musste. Manches von der Botrytis war aber so fein und sauber eingetrocknet, dass es einfach mit reingenommen wurde. Es passt eben auch zu dieser etwas opulenteren Jahrgangs-Stilistik. Der Silvaner war hingegen satt reif, aber völlig botrytisfrei und lockerbeering bis zum Schluss – das waren Bilderbuchtrauben. Ertragsmäßig war 2025 bei Luckerts leicht unterdurchschnittlich, aber alles im Rahmen. »Es ist ein reifer, aber eleganter Jahrgang, der mich an 2023 oder 2019 erinnert bei uns. Sehr balancierte Säure und unheimlich viel Kraft. Das kann tendenziell ein großer Jahrgang werden.«, freut sich Philipp Luckert. Ein Südost-Steilhang auf kargem Muschelkalk, er hat aber etwas mehr Wasserhaltevermögen als das superkarge Maustal. Die Reben sind zum Teil von 1978 und zum Teil von jüngeren Anlagen aus selbst selektiertem Rebmaterial, auch aus den uralten,140-jährigen im Creutz. Komplett fränkisch durchgegoren unter 2 Gramm. Vergoren und ausgebaut im großen Holz. Alle Weine im Keller machen einen BSA. Der Berg hat jedes Jahr einen intensiven Duft nach weißen Blüten, er duftet wie ein Spaziergang im Frühling, sonnig, strahlend, hell und einladend. Er ist sehr kompakt und dicht in 2025, heller Kalkstaub, Apfelblüte, weißer Pfirsich. Er ist noch etwas in sich gekehrt, diese kargen Kalkstein-Lagen brauchen einfach Zeit. In der Jugend bestenfalls dekantieren oder, noch besser: drei, vier Jahre reifen lassen. Diese Weine reifen wunderschön. 2025 hat so viel Substanz und unterschwellige Kraft, das wird richtig groß mit etwas Reifung.