Es gab 2025 keinen Frost und keinen Hagel bei Luckerts, was schon mal ein großer Gewinn ist für das zuletzt oft frostgebeutelte Weingut. Der Sommer war warm und nicht zu trocken, sodass es bei Luckerts ein nicht allzu früher Lesestart war in der zweiten Septemberwoche. Die Rieslinge sind dann in den Regen reingekommen hintenraus, sodass es etwas Botrytis gab, die aussortiert werden musste. Manches von der Botrytis war aber so fein und sauber eingetrocknet, dass es einfach mit reingenommen wurde. Es passt eben auch zu dieser etwas opulenteren Jahrgangs-Stilistik. Der Silvaner war hingegen satt reif, aber völlig botrytisfrei und lockerbeering bis zum Schluss – das waren Bilderbuchtrauben. Ertragsmäßig war 2025 bei Luckerts leicht unterdurchschnittlich, aber alles im Rahmen. »Es ist ein reifer, aber eleganter Jahrgang, der mich an 2023 oder 2019 erinnert bei uns. Sehr balancierte Säure und unheimlich viel Kraft. Das kann tendenziell ein großer Jahrgang werden.«, freut sich Philipp Luckert. Der Ortswein aus Sulzfeld durchläuft wie alle Weine die Spontangärung und den Ausbau im großen Holz mit Hefelager bis zur Füllung im Frühjahr. Der Wein wächst großteils im Sulzfelder Sonnenberg auf Gelbkalk, also einer Ersten Lage. Ein in sich ruhender Silvaner mit schöner Ausdruckskraft, kommt mit Williamsbirne, Eisenkraut, Grüntee, etwas Wemut und Holunderblüte. Ein charakterstarker Wein in 2025. Dicht und tief, mit viel Druck aus der Mitte. Die Silvaner singen, das quasi perfekte Lesegut zeigt sich durch große Harmonie und eine ungeheure, elegante Power. Für einen Ortswein ist das schon verdammt gut und für diesen Preis immer ein top Deal, besser geht es kaum.