Es gab 2025 keinen Frost und keinen Hagel bei Luckerts, was schon mal ein großer Gewinn ist für das zuletzt oft frostgebeutelte Weingut. Der Sommer war warm und nicht zu trocken, sodass es bei Luckerts ein nicht allzu früher Lesestart war in der zweiten Septemberwoche. Die Rieslinge sind dann in den Regen reingekommen hintenraus, sodass es etwas Botrytis gab, die aussortiert werden musste. Manches von der Botrytis war aber so fein und sauber eingetrocknet, dass es einfach mit reingenommen wurde. Es passt eben auch zu dieser etwas opulenteren Jahrgangs-Stilistik. Der Silvaner war hingegen satt reif, aber völlig botrytisfrei und lockerbeering bis zum Schluss – das waren Bilderbuchtrauben. Ertragsmäßig war 2025 bei Luckerts leicht unterdurchschnittlich, aber alles im Rahmen. »Es ist ein reifer, aber eleganter Jahrgang, der mich an 2023 oder 2019 erinnert bei uns. Sehr balancierte Säure und unheimlich viel Kraft. Das kann tendenziell ein großer Jahrgang werden.«, freut sich Philipp Luckert. Maustal ist ein Amphitheater an den Mainhängen südlich von Sulzfeld. Eigentlich kommt das GG immer aus derselben Parzelle von rund einem Hektar. Die Reben,sind 1962 und 1963 gepflanzt. Süd-südöstliche Ausrichtung, also Morgensonne, aber keine,Abendhitze, wie im Burgund. Dazu karger Muschelkalkboden, nach einem halben Meter Erdauflage kommt direkt der Kalksteinfels. Zertifiziert biologische Weinbergsarbeit. Spontane Vergärung und Ausbau auf der vollen Hefe im traditionellen Doppelstückfass aus heimischer Spessart-Eiche, es gibt nur dieses eine Fass in 2025, also rund 3000 Flaschen. Ganz dem Luckert‘schen Stil entsprechend weht hier keine Fruchtbombe aus dem Glas, sondern immer eine zurückhaltende, sehr elegante Frucht. Der 2025er hat quasi Null Restzucker, ist knalltrocken durchgegoren. 2025 ist muskulös, kraftvoll, geht voll auf die Zwölf. Rauchiger, sehr konzentrierter Duft, Kalkstein pur, dunkelbeerig, Zitruszesten, Bienenwachs. Er hat diesen faszinierend dunklen Charakter, wohingegen die meisten,anderen Silvaner bei Luckerts eigentlich strahlend hell sind. Aber das Maustal ist ein ungeheuer tiefer, steiniger Wein. Die Rebsorte tritt im Grunde in den Hintergrund, nur das Terroir spricht. Er hat trotz Null Zucker so viel Power uns Extrakt, dass es kracht. Die Augen werden schmal, so satt und reich, alles wird eingenommen. Wow, ist das ein Prachtexemplar von einem Maustal in 2025. Die logische Fortsetzung von 2019 aus immenser Konzentration und berstender Frische. Er wirkt viel kühler als das Jahr, das eigentlich hergegeben hat. Das ist null barock, sondern verblüffend elegant, aber hat so viel Kraft, dass er kaum laufen kann. Sehr beeindruckend.