Maustal ist ein Amphitheater an den Mainhängen südlich von Sulzfeld. Süd-südöstliche Ausrichtung, also Morgensonne, aber keine Abendhitze, wie im Burgund. Dazu karger Muschelkalkboden und alte Reben. Dazu karger Muschelkalkboden, nach einem halben Meter Erdauflage kommt direkt der Kalksteinfels. 35 bis 40 Jahre alte Reben. Zertifiziert biologische Weinbergsarbeit. Kurze Maischestandzeit von ein paar Stunden, dann spontane Vergärung und Ausbau auf der vollen Hefe im traditionellen Doppelstückfass aus heimischer Spessart-Eiche. Die Böden auf denen der Riesling im Maustal steht sind noch etwas karger als beim Silvaner und das zeigt sich in der Nase durch die noch größere Feinheit. Der Silvaner hat mehr Struktur, kommt schiebender, der Riesling liebt ja die sehr kargen, steinigen Böden auf denen einige andere Rebsorten verzweifeln würden. Da bekommt er dann auch überhaupt keine Härte oder trinkflussstoppende Phenolik. Nicht dass er keinen phenolischen Grip hätte, aber eben einen total feinen, der von dieser präzisen und lebhaften Säure flankiert wird. 2022 und jetzt auch 2023 waren schon sehr starke Riesling-Jahrgänge bei Luckert. Ich bin verblüfft wie zart und filigran dieses Maustal kommt, vor allem im Vergleich zum durchaus etwas wilden Silvaner aus dem Maustal. Dieser Riesling ist ein hochfeiner Präzisionslaser, erinnern mich etwas an Fürsts Rieslinge in dieser kristallklaren Auslegung. Aber bei Luckert haben wir aus dem Maustal schon diese Dramatik aus der Phenolik und die dunkle Mineralität, die sich wie ein Faden durch den Nachhall zieht. Es ist fast erschreckend, dass Luckert in den letzten Jahren immer nochmal einen draufsetzt. Für Fans ganz großer Finesse ist dieser Maustal-Riesling ein must-buy. Bitte gehen Sie nicht an diesem Stoff vorbei, auch wenn er keineswegs laut hier schreit.