Philipp Wittmann: »Von der Güte der Trauben war 2025 so ziemlich am Maximum, was ich den Weinbergen aktuell zutrauen würde. Das war schon alles sehr nah am Optimum.« Die Erträge sind relativ klein, vor allem die Saftausbeute war deutlich geringer als erwartet. Entsprechend konzentriert sind die Weine, weil eben auch die Wasserversorgung gut war über den Sommer. Die Extrake sind hoch, die Trauben haben absolute Vollreife erzielt. Laut Philipp Wittmann kann das ein ganz großes Ding werden, aber die Zeit wird es zeigen. Die Lese begann am 2. September, innerhalb von 19 Tagen war dann die gesamte Ernte eingeholt. Bei Wittmann konnte bei überwiegend bestem Wetter nahezu alles reinholen, bevor der größere Regen einsetzte. Das hat Wittmann quasi nicht betroffen. Der Westhofener stammt zum Teil aus Weinbergs-Selektion und zum Teil aus deklassierten Fässern des GGs. Vom Morstein sind es die Satellitenparzellen um die Kernstücke herum, aus denen das GG kommt. In 2025 sind auch wieder zwei Partien Brunnenhäuschen mit dabei, die 2024 gefehlt haben. Dieser Ortswein drückt den Westhofener Berg in seiner Komplexität bereits aus, aber eben ohne dieses letzte Quäntchen aus dem Kernstück der Lage. Er hat die hellkreidige Art von Westhofen, zerstoßene Muschelschale, milde Zitronenzeste, Bienenwachs, er erinnert ein wenig an einen großen Chenin Blanc von der Loire in seiner entspannten Reife. Er ist so in sich ruhend in 2025. Am Gaumen mit der aufregenden Textur, wie sie auch 2015 hatte. In Westhofen kommt mir 2025 verblüffend kühl vor, hat fast diese harmonische Präzision wie sie auch 2016 hatte. Irgendwo eine Brücke zwischen 2015 und 2016 schlagend. Das gefällt mir schon verdammt gut. Die Trauben waren perfekt in Westhofen, da hat einfach alles gepasst. Da merkt man dann, viel mehr geht eigentlich im Ortswein-Bereich fast nicht.