Immer etwa 80 Prozent aus dem Morstein, 20 Prozent aus dem Brunnenhäuschen, zum Teil aus Weinbergsselektion und zum Teil aus deklassierten Fässern dieser Großen Gewächse. Hier sind auch alle jüngeren Reben (alle unter 25 Jahre alt) aus dem Brunnenhäuschen mit drin, die noch nicht weit genug sind, um GG-Qualität darzustellen. Vom Morstein sind es die Satellitenparzellen um die Kernstücke herum aus dem das GG kommt. Das Brunnenhäuschen hat stark eisenhaltige Böden, deshalb rot gefärbt. Die Böden insgesamt sind Ton und Mergel. Der Westhofener Riesling soll genau diese Kalkmineralität von Brunnenhäuschen und Morstein haben. Es ist also weit mehr als ein Ortswein, eigentlich ein Zweitwein. Die Nase ist so typisch für Westhofen, kalkig, gelbfruchtig, ruhig und dicht, mit wunderschöner, gelber, europäischer Frucht. Vom Gundersheimer kommend ist die höhere Reife hier sofort offenbar, Westhofen ist etwas einnehmender, reicher angelegt. Dennoch sind wir in beiden bei moderaten 12% vol. Alkohol. Die Frucht wird wieder etwas gelber, Mirabelle und grüne Aprikose, Orangenblüte und sehr viel Grapefruit, die hat er immer. Ein Touch Kurkuma ist oben drauf. Die Intensität der Nase wird im Mund in große Feinheit übersetzt. Straffer, filigraner Ausklang, der auf Meersalz davonrauscht. Aber so fein, so geschliffen, erinnert schon an 2022 in dieser eleganten Art, die in diesem Jahr kaum jemand so hinbekommen hatte wie Wittmann, seine 2022er waren überragend und 2023 macht genau da weiter. Der Wein hat Tiefe und kristalline Klarheit. Wie immer ein echter Kracher, ein echter Premier Cru, der diesen Namen verdient hat.