Weiser-Küstler ist ein 4,5 Hektar kleines Boutique-Weingut und neben Clemens Busch eines der Bio-Aushängeschilder der Mosel. Entsprechend stammt auch dieser Wein aus zertifiziert biologischem Anbau. Konstantin Weiser und Alexandra Künstler bearbeiten ihre zumeist an Einzelpfählen erzogenen Reben in akribischer Handarbeit. Rund 24 Stunden Maischestandzeit, dann wird alles spontan vergoren. Der Ausbau geschieht in Tonneaux und alten Barriques, weil es zu wenig Menge für ein Moselfuder ist, die 1000 Liter erreichen sie nie. Die Abfüllung geschieht für moselanische Verhältnisse eher spät mit ausgedehntem Hefekontakt. Die Ellergrub in Enkirch ist neben dem Trarbacher Gaispfad eine der Top-Lagen an diesem Moselabschnitt. Die Reben stehen auf einem kühlen, blauen Schiefer. Das zeigt sich durch eine geschliffene Präzision und kräuterige Kühle in der Nase. Der Wein ist kristallin und klar, mit heller Frucht, weißer Pfirsich, Birne, kandierter Ingwer, Salzzitrone, feine Schieferwürze. Sehr elegant und feinziseliert. Viel zerstoßener Stein und kühle Kräuternoten, Pfefferminze. Der Mundeintritt ist von kristalliner Reinheit, milde Limette, kandierte Zitrusfrucht, weißer Pfirsich, hohe Spannung. Er ist feiner und etwas stahliger als der etwas kraftvollere Gaispfad. Das ist schon ein ziemlich schicker Mosel-Riesling von großem Format, phenolisch-dicht und kraftvoll, sehr intensiv. Das ist nichts für Einsteiger, sondern erfordert vom Trinker schon viel Auseinandersetzung mit der Materie großer trockener Mosel-Riesling, weil er eben nicht nur vordergründig lecker ist, sondern auch Herbheit, Kräuterigkeit und einen gewissen Biss hat. Beide Einzellagen sind superb, brauchen aber viel Luft, Zeit und einen versierten Trinker.