Heinz Velich gehört zu den stillen Perfektionisten des Burgenlands. Während seine Chardonnays längst Kultstatus genießen, entstehen in den besten Jahren auch Süßweine von geradezu unglaublicher Tiefe. Die Welschriesling TBA aus 2010 verbrachte ganze 15 Jahre im Fass, bevor sie 2025 gefüllt wurde. Allein diese Geduld ist heute schon spektakulär! Noch spektakulärer ist allerdings das Ergebnis. Schon beim ersten Hineinriechen kommt diese faszinierende Mischung aus Reife, Würze und Frische. Datteln, getrocknete Feigen und dunkler Blütenhonig treffen auf geröstete Mandeln, Nougat, Vanille und einem Hauch von Piment und Zimt. Dazu kommen Anklänge von Mokka, kandiertem Ingwer und getrockneter Kumquat. Alles wirkt unglaublich komplex und vielschichtig, bewegt sich stilistisch fast näher an großen gereiften Sauternes als an einer klassischen Trockenbeerenauslese. Am Gaumen dann ein regelrechtes Konzentrat. Mächtig und intensiv, dabei aber niemals schwer. Die Süße wird von einer enormen Frische getragen, die dem Wein eine geradezu unglaubliche Spannung verleiht. Getrocknete Aprikosen, Bergamotte, eingelegte Zitrusfrüchte und feine Backgewürze schieben sich minutenlang über die Zunge. Mit jeder Sekunde öffnen sich neue Facetten. Der Nachhall scheint überhaupt nicht enden zu wollen. Ein monumentaler Süßwein voller Tiefe, Energie und Komplexität. Flüssiges Konzentrat aus dem Seewinkel und einer jener Weine, die man nicht einfach trinkt, sondern erlebt. Groß!