Die Jungfer ist eine GG-Lage, eine der Toplagen in Hallgarten, etwas oberhalb vom Oestricher Doosberg gelegen und geprägt von quarzithaltigen Böden. Nach Südwesten ausgerichtet und windoffen, ist sie etwas kühler als die Oestricher Lagen, ergibt immer auch etwas filigranere Weine mit feiner Säurestruktur. Das eignet sich ohnehin schon perfekt für diesen leichten Stil. Die Trauben konnten bis Anfang Oktober am Stock aromatisch ausreifen, ohne dabei aber ein zu hohes Mostgewicht zu erreichen. Rein im Edelstahl ausgebaut ist das ein enorm fokussiertes, archetypisches Kabinett wie aus der Vergangenheit. Die feine Würze und Reduktion in der Nase würden mich jetzt blind erstmal an die Mosel versetzen, das hat schon ein bisschen was von Schiefer. Eine hohe Spannung aus der feinen, gelben Frucht, zarte Exotik. So viel kühle Spannung, reduktiv, straff, in sich verwoben, was für ein berauschender, frischer Fruchtkern. Pure Animation. Die Süße ist da, tänzelt aber Hand in Hand mit der brillanten und zupackenden Säure über den Gaumen. Prinz’ Kabinette sind über den Rheingau hinaus immer eine Bank und zählen zu den besten und feinsten des Landes. Nichts klebt, die Präzision ist genial. Ein perfektes easy drinking mit Anspruch.