Der Hendelberg ist mit Sicherheit eine der spannendsten Lagen im Rheingau, seit Jahren sehe ich ihn bei den Kühns schon als heimliches GG, obwohl es »nur« eine Erste Lage ist. Auch bei Prinz sticht dieser Wein durch seinen feinen, enorm steinigen Charakter heraus. Es ist eine kühle, rund 300 Meter hohe Hanglage mit bis zu 40 Prozent Steigung. Der karge Boden ist geprägt von einer Mischung aus Schiefer und Quarzit. Durch die Südwest-Ausrichtung können die Trauben perfekt ausreifen und gleichzeitig ist die Lage, besonders am oberen Hangbereich, sehr windoffen, was für eine gute Belüftung sorgt. Diese kühlen Parzellen oben am Hang haben sich erst in den letzten, heißeren Jahren als besonders gut und zukunftsträchtig erwiesen. Sehr klare, tiefgründige Nase, geprägt von nassem Stein und kühler Mineralität. Der Hendelberg wird teilweise in Edelstahl ausgebaut, großteils aber in großem Holz. Der Hendelberg hat einen etwas wilderen Charakter als der Frühernberg, der vielleicht der etwas klassischere Rheingauer ist. Im Hendelberg haben wir zum einen die Hochlage, die Kühle und die Schieferwürze und zudem die höhere reduktive Spannung aus der Spontangärung. Die Frucht ist deutlich runtergetunt, es wird würziger und dichter, Flint, Graphit, dunkle Beeren. Tolle Dichte und Konzentration, wirklich satter Mund, ziemlich on point, was man von klassischem Rhein Riesling erwartet. Ein Traum von kühlem Traubensaft mit so viel Spannung und Aroma.