Weingut Nittnaus: Kalk & Schiefer 2024

Weingut Nittnaus: Kalk & Schiefer 2024

BIO

Neu

Zum Winzer

Weißburgunder, Grüner Veltliner, Furmint, Welschriesling, Chardonnay
weiß, trocken
12,0% Vol.
Trinkreife: 2026–2034
mineralisch
unkonventionell
leicht & frisch
Lobenberg: 91/100
Österreich, Burgenland
Allergene: Sulfite
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Kalk & Schiefer 2024

91
/100

Kalk & Schiefer ist nominell der Einstieg bei Nittnaus. Im Glas fühlt sich das allerdings ziemlich schnell nach Understatement an, denn schon hier steckt viel Leithaberg-Typizität drin: Kalk für Schmelz und Grip, Schiefer für Würze und diesen kühlen mineralischen Zug. Spontan vergoren und bewusst puristisch im Edelstahl ausgebaut. Die Nase ist knackig und glasklar. Grüner Apfel, Birne und etwas Quitte, dazu Limette und weiße Johannisbeere. Frische Kräuter, etwas Minze und weißer Pfeffer schieben sich dahinter, darunter liegt eine ganz feine rauchige Reduktion. Kein aromatisches Feuerwerk, sondern eher dieses herrlich kühle, steinig-kräutrige Spiel. Einfach sauber auf Zug gebaut. Am Gaumen dann sofort saftig und enorm animierend. Grüner Apfel und Zitrus kommen mit richtig schönem Trinkfluss, dann setzt die Mineralität ein. Feiner kalkiger Grip, ein bisschen Gesteinswürze und eine lebendige Säure ziehen den Wein über die Zunge. Der Kalk gibt gerade genug Schmelz, damit nichts karg wird, der Schiefer zieht ihn hinten raus wieder straff. Dazu Salz, Limettenzeste und ein leicht pfeffriger Nachhall. Eigentlich fast erschreckend viel Terroir für einen Basiswein. Dennoch kein Wein, über den man zwanzig Minuten philosophieren muss, sondern einer, bei dem die Flasche einfach verdächtig schnell leer wird. Frisch, knochentrocken, steinig und mit richtig viel Charakter. Ein kleiner Leithaberg-Crashkurs im Glas und ziemlich viel Wein fürs Geld.

Mein Winzer

Nittnaus

Man kann über das moderne Burgenland eigentlich kaum sprechen, ohne irgendwann bei Nittnaus zu landen. Die Familie baut seit 1684 in Gols Wein an, vor allem Hans und Anita Nittnaus haben dem Betrieb aber ab den 1980er Jahren eine Richtung gegeben, die weit über das eigene Weingut hinaus gewirkt hat.

Kalk & Schiefer 2024