Aus uralten Reben im Kernbereich der Wehlener Sonnenuhr, allerbeste Parzellen und aufwändige Handarbeit bei diesem urtraditionellen Familienbetrieb. Wie fast alles bei Max Ferd. Richter ist auch dieser Wein direkt im Fass spontanvergoren. Von diesem Wein gibt es nur ein 450-Liter-Fass, das aus den 1950er Jahren stammt. Technisch gesehen ist das wie oft schon eine klare Beerenauslese, aber es war Familie Richter zu frisch und zu wenig rosinig im Charakter, daher lassen sie es als Auslese*** laufen. Der Grund ist vor allem die weitgehende Abwesenheit von Botrytis, man musste sie wirklich zusammensuchen. Es war ein extremer Selektionsaufwand, überhaupt die 30 Prozent für diesen Wein zusammenzubekommen. Das meiste ist aus am Stock eingetrockneten Trauben. Der Duft ist üppig-konzentriert, dichte gelbe Frucht mit grüner Mango und Maracuja. Eingekochte Marille, gelber Pfirsich, cremig und reich, alles einnehmend in ihrer Reichhaltigkeit. Wie immer ist das ist ein absoluter Hammer für diesen Preis, denn der Wein wird Jahrzehnte halten können. Im Gegensatz zum waffenscheinpflichtigen 21er, der erstmal 20 Jahre weggesperrt werden muss, zeigt sich 2022 schon sehr zugänglich und rund in dieser Cremigkeit und der köstlichen, exotischen Opulenz. Das ist schon ein einmaliger Stoff und ganz anders als 2019 und 2021, wahrscheinlich ist 2022 eher das was die meisten von einer Auslese*** erwarten und weniger abgespaceter Freakstoff. 97-99/100