Den 2015er haben wir im Frühjahr 2026 aus der Schatzkammer des Weingutes erhalten, perfekt gelagert. Eine sehr besondere Lage, die ich auch vor kurzem erst besser kennenlernen durfte, dabei sitzt sie am gegenüberliegenden Moselufer des Grand Cru Gürtels der Brauneberger Juffer und Juffer-Sonnenuhr, auf der Mülheimer Seite. Dass sie weniger bekannt ist, liegt nur daran, dass sie nur wenige Hektar groß und ein Quasi-Monopol der Familie Richter ist. Die Nase ist hier etwas anders und der Wein fällt insgesamt ein bisschen aus der Reihe der klassischen Mittelmosel, denn die Südlage hat einen deutlich quartzhaltigen Boden und nur wenig Grauschiefer. Hier kommt etwas mehr Druck und Power durch, gleichzeitig wirkt er feinziseliert und elegant mit hellen, kristalliner Frucht von Aprikose und weißem Pfirsich, auch eine leicht pfeffrige Schärfe unterlegt den Duft. Dazu auch deutliche Gesteinsnoten, die fast etwas an Kreidestaub erinnern. Im Mund ist der Elisenberger etwas erhabener, großspuriger und ausladender angelegt als die puren Schiefer-Rieslinge. Der Fruchtkern und die Säuren sind spürbar samtiger und etwas reifer angelegt, das passt schon wunderbar zusammen und macht diesen Wein sehr besonders für die Mosel, denn er hat einen ganz kleinen Touch von pfälzischem Charme in seiner geschmeidigen Textur. Wunderbar cremige Länge mit Noten von grüner Birne und saftigem Granny Smith. Gleichzeitig behält er aber seine feine Phenolik und messerscharfe mineralische Strahlkraft und Präzision aus dieser besonderen Lage. Was für eine geniale Entdeckung!,