Hohe Extraktwerte und sehr hohe Weinsäureanteile. Mittelhohe Mostgewichte, aber sehr reifes Lesegut. Der Wein wird mit etwas unter 40 Gramm Restzucker gefüllt, etwas niedriger als sonst. Die Nase ist noch in einen zarten Hefeschleier gehüllt, hier wird sehr traditionell mit langem Hefelager und Spontangärung im Moselfuder gearbeitet. Das sorgt für eine Balance, Rundheit und Harmonie, wie sie an der Mosel nur selten zu finden ist. Nichts Bissiges, nichts Aggressives. Einfach mitreißender Stoff in diesem Jahr, das schon an eine moderne Version von 2008 oder 2004 erinnert. Ich glaube, das wird großartig reifen. Die 2024er sind noch einen Ticken rassiger und elektrisierender als 2023. Es ist reif, dennoch krachend intensiv, Zitronengras, Meeresbrise, weiße Johannisbeere, irre viel Stein. Ganz traditionell gearteter Mosel-Kabinett, oldschool im besten Sinn. Das Graacher Himmelreich duftet so sehr nach Mittelmosel, feinfruchtig, apfelig, zitrisch, gelbe Blüten. Rasanter Zug, deutlich rassiger als Elisenberger oder das gelbere Wehlen. Das ist Moselriesling wie aus dem Bilderbuch. Das hat schon Kraft aus dem Extrakt, wie eine Turboversion von 2008. Das ist noch traditionelles Winzerhandwerk, das man wirklich schmecken kann.