Dieser Silvaner stammt aus der alten Ilbesheimer Lage Hagedorn, zwischen Ilbesheim und Ranschbach unterhalb der Weinstraße. Ein nach Süden exponierter Weinberg auf schwerem, fast tonigem Lehmboden; karg, anspruchsvoll und extrem wetterabhängig. Hier kann es schnell zu trocken oder zu nass werden. Genau dieser raue Charakter macht die Lage so spannend, denn hier würden eher Büsche als Reben stehen, aber genau hier stehen die ältesten Reben des Weinguts, gepflanzt 1974. Über 50 Jahre haben sich diese Silvaner tief in den Boden gearbeitet und ihre Wurzeln durch den schweren Untergrund geschoben. Das merkt man später im Glas ziemlich deutlich. Die Trauben werden selektiv von Hand gelesen, im Keller nochmals sortiert und sehr schonend verarbeitet. Langsame Pressung, leichte Vorklärung, spontane Gärung mit natürlichen Hefen. Der Ausbau erfolgt bewusst puristisch im Edelstahl, damit die Herkunft unverfälscht bleibt. Die Nase zeigt sofort diesen klaren, steinigen Silvaner-Charakter. Frisches Heu, Quitte, grüne Birne, dazu frisch gehackte Gartenkräuter und eine schöne würzige Frische. Am Gaumen saftig und mit richtig guter Struktur. Die Säure bleibt typisch Silvaner eher moderat, der Wein baut stattdessen über feinen Gerbstoff und mineralischen Druck Spannung auf. Salzig, zupackend und mit erstaunlicher Tiefe für diese Kategorie. Ein Silvaner mit richtig Charakter. Kein glatter Crowdpleaser, sondern ein Wein mit Profil, Ecken und Kanten. Gleichzeitig unglaublich trinkig und animierend. In dieser Preisklasse schon fast frech gut und locker auf Augenhöhe mit vielen sehr guten Silvanern aus Rheinhessen oder Franken.