Die rheinhessische Antwort auf die Côte de Beaune. Monumental, kreidig, elektrisierend. Wenn man über die besten Chardonnays Deutschlands spricht, fällt der Name Knewitz mittlerweile in einem Atemzug mit Huber, Ziereisen und Keller. Der Chardonnay Reserve ist das Meisterstück der Brüder Knewitz. Die Trauben für die Réserve stammen aus dem Steinacker, der kalkhaltigsten Lage des Weinguts. Eine limitierte Selektion aus den ältesten Rebanlagen und den kalkreichsten Parzellen. Inspiriert von den großen Vorbildern aus dem Burgund, aber tief verwurzelt im rheinhessischen Kalkgestein. Handlese, Ganztraubenpressung, Spontangärung und langes Hefelager in feinsten französischen Barriques. Kein Wein für nebenbei. Das ist flüssiges Gestein, gepaart mit meisterhaftem Holzeinsatz. Die Reserve zeigt relativ wenig Frucht, sondern eröffnet mit Kalkstaub, Zündplättchen, Chinakracher und graphitiger Mineralität. Dann schälen sich kühle Zitrusaromen, gesalzene Limette, grüne Walnuss, weißer Pfirsich und die feine Würze von getrockneten Kräutern durch. Ein absolutes Kraftpaket, das dennoch wie ein Laser geradeaus läuft. Die Textur ist durch das lange Hefelager cremig und dicht, wird aber sofort von einer vibrierenden Säurespur und der massiven Kalkstein-Mineralität durchbrochen. Er baut enormen Druck am Gaumen auf. Der Feuerstein rollt wieder durch, die Zungenränder werden salzig belegt. Unter dem athletischen Körperbau spannt sich eine ungeahnte Länge auf. Besser ab 2030+, wenn man die Geduld hat, wer auf Reduktion und Holz steht, wird damit aber auch in der Jugend die größte Freude haben. Einer der besten Chardonnays Deutschlands, keine Frage.