Der Hilsbacher Eichelberg ist eine der historisch bedeutendsten Weinlagen des Kraichgaus und liegt heute fast wie eine kleine Rebinsel mitten im Eichenmischwald. Die steile Südostflanke heizt sich tagsüber gut auf, während Wald, Höhenlage und Thermik für Schutz und Frische sorgen. Ein eigenständiges Mikroklima, das dem Weißburgunder gleichermaßen Reife, Spannung und feine Würze mitgibt. Selbst das Holz für den Ausbau stammt aus den umliegenden Eichenbeständen. Herkunft wird hier wirklich bis ins Fass gedacht. Ganztrauben werden leicht angequetscht, vier Stunden auf der Maische belassen und anschließend schonend über eine traditionelle Spindelpresse abgepresst. Spontangärung im 400-Liter-Tonneau, davon 25 Prozent Neuholz, zehn Monate auf der Vollhefe, danach folgen weitere elf Monate Feinhefelager im Edelstahl. In der Nase zunächst gelber Apfel, reife Birne und ein Hauch Quitte, dazu Zitronenöl, weiße Blüten und etwas geröstete Mandel. Mit Luft kommen feiner Rauch, Kräuterwürze und eine dezente, fast kreidige Kühle hinzu. Trotz der reifen Frucht bleibt der Duft erstaunlich klar und fokussiert. Am Gaumen druckvoll und saftig, mit lebendiger Säure, feinem phenolischem Grip und richtig gutem Zug. Salzzitrone, Birnenschale und etwas Mirabelle treffen auf nussige Würze, feine Röstaromatik und eine kalkig-mineralische Ader. Das Holz ist spürbar, aber sehr gut eingebunden und gibt eher Struktur als Aroma. Elegant, kraftvoll und lang, mit schöner Balance aus Schmelz, Frische und zupackender Phenolik. Ein Weißburgunder mit Tiefe und Substanz, der die warme Lage und das kühle Waldklima gleichermaßen in sich trägt. Sehr schön!