Die später degorgierte Magnum hebt die ohnehin schon beeindruckende Rosé-Cuvée von Weingut Eymann noch einmal auf ein anderes Niveau. Durch das extrem lange Hefelager von satten 70 Monaten gewinnt der Wein deutlich an Tiefe, Würze und Textur, ohne dabei seine vibrierende Frische und Trinkigkeit einzubüßen. Gerade in der Magnum entwickelt der Sekt eine unglaubliche Ruhe und Feinheit. Das wirkt nie laut oder demonstrativ prestigeträchtig, sondern vollkommen selbstverständlich und harmonisch. Die Nase zeigt sofort mehr Reife und Komplexität als die normale Cuvée. Getrocknete Walderdbeeren, rote Johannisbeere und Blutorange verbinden sich mit Brioche, gerösteter Haselnuss und feinem Mandelgebäck. Dazu kommen Orangenzeste, etwas Hagebutte und eine leicht rauchige Würze. Mit Luft entwickelt sich immer mehr Tiefe: getrocknete Kräuter, ein Hauch schwarzer Tee, salziger Kalkstein und feine oxidative Anklänge, die an große gereifte Champagner erinnern, dabei aber nie dominant werden. Trotz der langen Hefelagerung bleibt der Wein unglaublich klar, kühl und präzise. Am Gaumen besitzt die Magnum sofort mehr Druck und cremige Dichte. Die Mousse ist ultrafein und vollkommen integriert, fast samtig. Der Pinot Noir bringt saftige rote Frucht, Würze und Struktur, während Chardonnay die salzige Frische und den linearen Zug liefert. Cranberry, Blutorange und rote Grapefruit laufen über eine kalkige, kreidige Mineralität, dazu kommen feine Nussigkeit, warme Brioche und ein Hauch Gewürz. Gleichzeitig bleibt alles tänzelnd und energiegeladen. Gerade dieses Spiel aus reifer Hefearomatik, herber Frucht und salziger Frische macht den Wein so faszinierend. Im langen Nachhall bleiben geröstete Nüsse, rote Zitrusfrucht, Kräuterwürze und kühle Mineralität minutenlang stehen. Die Rosé Extra Brut Magnum besitzt deutlich mehr Tiefe und Struktur als die kleinere Flasche, bleibt aber immer elegant, animierend und vollkommen balanciert. Ein sehr charaktervoller Spitzensekt mit enormer Feinheit und beeindruckender Länge. Große Klasse.