Der Wein wächst auf 265 Metern, an einer Oberkante des Morstein, also in Westhofen. Die Trauben für den Reserve wachsen im höchsten Teil des Hangs. Sehr lange Hangzeit, die am spätesten reifenden und gelesenen Sauvignons. Der Sauvignon Reserve wird über eineinhalb Jahre in wenigen burgundischen Barriques und meistens 500 Liter Tonneaux ohne Batonnage für 18 Monate ausgebaut. Aber klar 100 Prozent Holzausbau, die Majorität bleiben Tonneaux. Auch direkt in den Fässern vergoren. Das ist Gesine Rolls burgundischer Wein, denn obwohl es Sauvignon ist, baut sie ihn eher wie einen Burgunder aus. Das ist so ein hochfeiner Stoff! Ich liebe 2023 und bei diesem Wein zeigt sich wieder wieso: nahezu perfekte Balance, wie 2016 oder 2012. In diesem Wein wohnen eigentlich drei Seelen: das Burgund, der Sauvignon und die kühle Frucht Rheinhessens. Burgund im Ausbau, Sauvignon als Aromengeber und diese deutsche Präzision aus dem Morstein. Und diese Dreifaltigkeit machen aus diesem Wein dann einen solch grandiosen Stoff. Schon der Duft ist köstlich, schwankt zwischen weißer und hellgelber Frucht, Maracuja, weiße Johannisbeere, Mirabelle, braune Butter, Bergminze. Im Mund ganz zart und feingliedrig, elegante Textur, sehr seidig. Er hat 12.5 Prozent vol. Alkohol in 2023 – und dieses Filigrane ist dann in seiner Feinheit auch schmeckbar. Feinste Stoffigkeit, er zeigt Tiefe und Präsenz, ohne jemals laut zu werden. Ein Wein von Weltklasse-Format aus dieser Rebsorte, da gibt es nicht vieles, was in Deutschland da mit kann aus dieser Rebsorte. Berauschend viel Salz und Stein im Untergrund.