Im Wonnegau gab es 2024 keinen Frost, da sind die Winzerinnen und Winzer sehr glücklich davongekommen, so auch Gesine Roll. Die Erträge waren also gut. Der Sommer war regenreicher und kühler als in den letzten Jahren, dadurch kam die Reife relativ spät und die Lese zog sich in den Oktober hinein. Die gute Wasserversorgung hat für hohe Extraktwerte gesorgt. Der Pflanzenschutz war herausfordernd, vor allem für Bios wie Weedenborn, durch viel Handarbeit im Weinberg konnte dann eine satte Reife erzielt werden, die sicher etwas höher lag als in vielen anderen Betrieben, in denen 2024 eher knapp an der Reife war. Es ist ein faszinierender, kühler und aromatischer Jahrgang mit steiniger Würze. Die Reben des Chardonnay stehen direkt neben denen des Sauvignon Reserve, also auf der Kuppe im Westhofener Morstein. Hochlage, relativ kühl und windig. Ausbau für rund eineinhalb Jahre in burgundischen Tonneaux von Caduz und Darnajou, auf der vollen Hefe, aber ohne Batonnage. Einige Fässer machen eine spontane Malo, aber nicht alle. Das gibt eine schöne Komplexität in der Textur. Im Duft leicht rauchig, dann weißer Pfirsich, das Weiß einer Zitrone, grüner und weißer Tee, mit etwas mehr Temperatur kommen auch Popcorn und Meersalz. Die Hochlagen-Stilistik von Westhofen passt einfach grandios zum Chardonnay, auch wenn mich Gesine Rolls Sauvignons immer noch einen Ticken mehr begeistern.