Vollenweider: Riesling Wolfer Goldgrube Spätlese 2006

Vollenweider: Riesling Wolfer Goldgrube Spätlese 2006

Zum Winzer

Riesling 100%
weiß, süß
8,0% Vol.
Trinkreife: 2012–2042
fruchtbetont
Lobenberg: 94+/100
Deutschland, Mosel Saar Ruwer
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Wolfer Goldgrube Spätlese 2006

94+
/100

Auch als Hommage an den 2022 verstorbenen Daniel Vollenweider hat seine rechte Hand und Nachfolger Moritz Hoffmann einige gereifte Schätze des Altmeisters Daniel releast. Die Weine waren also bis 2026 im Weingut gelagert, perfekter Zustand. Terrassiert angelegte, uralte Parzellen. Die Reben stehen verwinkelt in einer Hochlage, das ist eigentlich eher Landschaftspflege als Weinbau. Unglaublich hohe Komplexität durch die verschiedenartige Genetik, die hier von verschiedenen Inhabern über die letzten Hundert Jahre gepflanzt wurde. Die Nase ist genial, schön angereift mit Melisse, Akazienhonig, kandierter Zitrusfrucht und purer Schiefenergie. Kristallines, helles Gestein, dann kandierte Aprikose, ganz zart und fein und dennoch hochkonzentriert und dicht. Ein Elixier aus den alten Reben, aber ohne jede Wucht. Der Mund ist hochfein, saftig, elegant und feinziseliert. Glockenklar mit einnehmender Frucht und einer dezenten, zurückhaltenden Süße, die durch die hohe salzige Mineralität wunderbar abgepuffert wird, sodass es nicht überbordend süß wird, sondern total filigran und geschliffen bleibt. Daniel Vollenweiders restsüßen Weine schmecken ohnehin nie süß, dafür arbeitet er die karge Bodenexpression und hammerharte Gesteins-Phenolik viel zu sehr heraus. Große Länge mit viel Eleganz.

Mein Winzer

Vollenweider

Wenn Van Volxem eine Disney-Produktion ist, dann ist Daniel Vollenweider eine Arthausproduktion oder Kandidat für Cannes. Genau so muss man die Weine nämlich betrachten. Als großes Independent-Kino. Man muss sich schon mit der Materie vertraut machen und auch etwas Zeit lassen. Denn Vollenweiders...

Riesling Wolfer Goldgrube Spätlese 2006