Die Wolfer Goldgrube ist Daniel Vollenweiders Paradelage. Hier bewirtschaftet er den Löwenanteil, und mit dieser Lage fing alles an. Teilweise wurzelechte Reben und nur Einzelstöcke, von der Flurbereinigung verschonte Parzellen in dieser Steillage. Dieser Lagenwein stammt aus den besten Parzellen und ältesten Reben, die bis zu 120 Jahre alt sind. Nach einigen Stunden Maischestandzeit wurde der Wein auf der kleinen Korbkelter abgepresst und dann zur 100 Prozent Spontangärung in Tonneaux-Fässer überführt. Knochentrocken durchgegoren auf wenige Gramm Restzucker. Ausbau für 14 Monate auf der Vollhefe in einem einzelnen Stückfass. Direkt von der Vollhefe runter gefüllt. Bitte unbedingt mindestens auch einige Flaschen zum langen Lagern kaufen, denn dies ist ein echter Langstreckenläufer. Es ist quasi die Turboversion des Einstiegs Felsenfests. Dies ist eigentlich eine Spätlese trocken im klassischen Sinne. Ich liebe den Jahrgang 2023, weil er so kristallin und bestechend balanciert ist. Wie ein etwas schlankeres 2019, totale Politur, alles passt. In der Nase nahezu fruchtfrei, wie meist bei Vollenweider, es ist ein kühler Steinwein. Nasser Schiefer, Feuerstein, Zündplättchen, grüner Pfeffer und etwas Wermut. Daniel Vollenweider hätte sicher seine reinste Freude an der Puristik, die Moritz aus diesen uralten Weinbergen rausholt. Das ist brachial puristisch und straff, läuft nur geradeaus wie ein Laserstrahl. Aufgrund der satten Struktur, die der Wein mitbringt, ist es viel weniger karg als sich das Ganze anhört. Die Gerbstoffe ziehen an den Papillen, alles wird einmal gegen den Strich gebürstet, wahnsinnig viel Grip und Stein. Das ist next level Mosel-Riesling für Insider. Für mich eines der größten Talente der Mosel. 95/100