Rocche liegt gegenüber von Villero auf dem Weg hoch nach Castiglione Falletto. Der Boden besteht hier zu 30-35 Prozent aus Sand. Es ist eine der beiden nominell größten Lagen des Ortes. Die Trauben werden vollständig entrappt, dann folgen circa 48 Stunden Kaltmazeration. Zu Beginn der Gärung wird der Saft täglich übergepumpt und dann 3-4 Wochen mit dem traditionell untergetauchten Trester weiter ausgebaut. Es folgt eine Zeit im gebrauchten Barrique bis nach der Malo im Februar. Dann zieht der Wein für 2,5 Jahre in große Holz-Botti um. 2022 wurde der Wein am 16. September besonders früh gelesen, es war die erste Lage, die bei Vietti eingebracht wurde. Leuchtendes Rubinrot. Opulente und »weinig« duftende Nase. Aromatisch sind wir hier hauptsächlich auf dem dunklen Spektrum mit reifen Blaubeeren, süße, reife Schwarzkirschen, konzentrierten Brombeeren und etwas Pflaume. Die roten Aromen von süßer Himbeere und würzig duftendem Himbeerstrauch sowie getrockneten, schwebenden Kräutern gesellen sich mit der Zeit dazu. Insgesamt ist der Rocche aromatisch tief, dicht und dunkel. Brummender Teer, Mahagoni-Holz und ein zarter Hauch Vanille. Diese ätherische, dichte Nase ist wunderbar. Im Mund trifft rote und schwarze Kirsche mit konzentriertem Pfirsich und einer Welle an monumentalen, griffig strukturierten und sandig geschliffenen Tanninen auf die Zunge. Die saftige Frucht wird von der kalkigen Textur mit weißem Pfeffer und zarter brauner Würze im Nachhall in Form gebracht. Power und Konzentration – brutal intensiv - ein kompakt definierter, athletischer und großer Rocche!