Ravera ist die beste Lage in Novello, einer Gemeinde, die auf halber Höhe zwischen Barolo und Monforte liegt und die durch das Weingut Elvio Cogno Berühmtheit für ihre burgundisch anmutenden Weine erlangte. Auf 350 Höhenmetern und auf Kalksteinböden. Mittlerweile gehört sie sicherlich zu den besten Finesse-Lagen des Barolo-Gebiets überhaupt. Vietti hat in der Vergangenheit schon ganz große Ravera erzeugt. Von den vier Hektar innerhalb der Lage Bricco Pernice geht immer der größte Teil in den Barolo Castiglione. Nur das absolute Herzstück aus dem besten Teil der Parzelle wird unter der Cru Lage Ravera separat gemacht. Vollständig entrappt, dann folgt circa 48 Stunden Kaltmazeration. Zu Beginn der Gärung wird der Saft täglich übergepumpt und dann 3-4 Wochen mit dem traditionell untergetauchten Trester weiter ausgebaut. Im Gegensatz zu den anderen Cru Lagen, die erstmal noch eine Zeit ins Barrique gehen, zieht der Ravera direkt ins große Holz-Botti um, wo er so lange wie möglich auf der Feinhefe bleibt. Das bedeutet, dass er während 2,5 Jahren Ausbau nur zweimal umgezogen wird. Leuchtendes Rubinrot mit einem Hauch Orange am Rand. Die Lage Ravera ist durch ihre höhere Position den erfrischenden Winden, die mit der kühlenden Luft von den Alpen herabsinkt, ausgesetzt. Besonders in warmen Jahrgängen ist diese zusätzliche Frische ein genialer Vorteil. Wie auch aus der Cru-Lage Lazzarito hat das Weingut hier eine rigorose Selektion der Trauben aus einer Fläche von insgesamt 2 Hektar betrieben. Aus dieser strengen Selektion konnte das Weingut ungefähr 6.000 Flaschen dieses schönen Ravera abfüllen. Reife, süße rote Kirsche vibriert frisch mit einem Hauch Orangenschale, reifer Aprikose und Pfirsich aus dem Glas. Dieser verlockend gelbe Aromatik ist ganz typisch für die Lage Ravera in warmen Jahrgängen. Süße Himbeeren, duftender Himbeerstrauch, Lorbeerblatt, Minze, etwas Menthol, Salbei und würziger Kalkstein machen diesen schwebenden Stoff zur aromatischen Attraktion. Im Mund trifft eine Welle feiner, kalkiger Tannine zum Kauen auf die Zunge. Sie breiten sich zusammen mit erstaunlich erfrischender, knackiger roter Frucht in Form von Sauerkirschen und Cranberries auf der Zunge aus. Die Kalksteinwürze hinterlässt zusätzlich im Nachhall eine beinahe staubige Textur. Dies ist sicher einer der monumentalsten Ravera des Jahrgangs, der seine klassischen Nebbiolo-Tannine mit viel reifer Frucht harmonisch ausgleichen kann.