Die 1,1 Hektar-Lage wurde 2018 von Michele Chiarlo gekauft, komplett bestockt mit alten Reben. Cerequio ist eine mystische und hochberühmte Lage, in der Roberto Voerzio oft seinen besten Wein macht. Bei Vietti fällt der Cerequio ähnlich aus wie bei Voerzio. Einfach ultrafein und schick, genau auf den Jahrgang vinifiziert. Dieser Wein ist ein Verführungskünstler! Die Nase ist duftig mit samtigen Pflaumen, Cassis und Kirschen, intensive Blütenaromen –Veilchen, Lavendel und ein Hauch Jasmin – und einer packenden, steinigen Mineralität. Feine Kräuteraromen erinnern beinahe an Ganztraubengärung. Aber bei Vietti ist alles entrappt, das ist eine Würze, die dieses Jahr einfach so schwebend aus dem Nichts auftaucht. Wow, Im Mund haben wir eine sagenhafte Konzentration und Dichte. Monumentale, ultra fein polierte Tannine türmen sich. Sie sind dominant und streng und sie haben im Moment das Sagen in diesem Wein, nach dem Schlucken gehen sie in eine chilli-artige Würze über. Saftige Kirschfrucht schwappt herum, dennoch hat man durch die Struktur der Tannine ein eher schlankes und muskulös geradeauslaufendes Mundgefühl. Unter der Struktur liegt wunderbare Finesse und Feinheit. Dieser Wein ist ein Ereignis, insgesamt etwas schlanker als der 2019er war aber dadurch eben auch monumentaler strukturiert. Er braucht einige Jahre im Keller bevor er zugänglich wird. 97-98/100