Die Ried Bruck liegt bei Viessling tief im Spitzer Graben, einem engen Seitental westlich von Spitz. Veyder-Malbergs Parzelle befindet sich auf rund 380 Metern Höhe in südlicher Exposition und damit deutlich über den meisten klassischen Terrassenlagen der Wachau. Die Böden bestehen aus kargem Spitzer Granodioritgneis, Glimmerschiefer und teils dunklem Amphibolit, praktisch ohne Löss oder Kalk. Tagsüber fangen die steilen Terrassen viel Sonne ein, jeden Abend strömt jedoch kühle Luft aus den umliegenden Wäldern hinab. Entsprechend spät reifen die Trauben, häufig mehrere Wochen nach den großen Lagen rund um Loiben und Dürnstein. Wie immer wird vollkommen botrytisfrei von Hand gelesen. Die Trauben werden nicht entrappt, sondern lediglich sanft angequetscht, verbleiben drei bis vier Stunden auf der Maische und werden anschließend über sechs bis acht Stunden extrem langsam abgepresst. Spontane Vergärung und kompletter Ausbau im Edelstahl. Alles ist auf Klarheit, Spannung und die unverfälschte Übertragung dieser kühlen Hochlage ausgerichtet. Die Nase ist glasklar, kühl und fast schwerelos, zugleich enorm würzig. Zitronenverbene, Brennnessel und frischer Estragon schweben über weißem Pfirsich, Grapefruitschale und knackiger Quitte. Dazu kommen Koriandersaat, Fenchelkraut und ein Hauch von grünem Tee. Mit Luft immer mehr feines Gesteinsmehl, nasser Schiefer und eine zarte rauchige Reduktion. Die Aromatik wirkt 2025 heller und ätherischer als im Vorjahr, weniger gelbfruchtig, dafür noch präziser und stärker von Kräutern, Zitrus und Stein geprägt. Immer definierter, immer tiefer und immer würziger. Der Mund kommt mit erstaunlicher Fülle, aber auch mit enormem Zug. Knackige Säure durchschneidet den saftigen Fruchtkern aus weißem Pfirsich, Limette und heller Quitte. Dazu Zitronenschale, etwas grüner Apfel und eine feine, fast herbe Kräuterwürze. Trotz der kühlen Stilistik ist der Wein nicht dünn oder asketisch, sondern vollmundig, schmelzig und von großer innerer Dichte. Ein zarter Gerbstoffgriff legt sich über die Zunge, darunter ziehen Salz, Schieferstaub und eine kühle mineralische Spur minutenlang nach. Das ist ein großrahmiger Riesling, der dennoch feinnervig und verspielt bleibt. Kraft ohne Wucht, Volumen ohne Breite und eine fast schwebende Konzentration. Sehr puristisch, sehr geradeaus und dabei vollständig. Veyder-Malbergs Rieslinge gehören stilistisch zu den wenigen Weinen der Wachau, die sich tatsächlich neben die besten deutschen Großen Gewächse stellen lassen. Die Bruck 2025 ist glasklar, tief, kühl und von großer, fast stiller Intensität. Großes Kino.,