Veyder Malberg: Riesling Brandstatt 2025

Veyder Malberg: Riesling Brandstatt 2025

Zum Winzer

Riesling 100%
weiß, trocken
12,5% Vol.
Trinkreife: 2030–2055
mineralisch
frische Säure
Lobenberg: 98–100/100
Österreich, Wachau
Allergene: Sulfite,
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Riesling Brandstatt 2025

98–100
/100

Die Brandstatt liegt bei Elsarn tief im Spitzer Graben, direkt angrenzend an die Bruck, aber noch einmal höher auf rund 450 Metern. Eine wilde, karge Steillage aus Glimmerschiefer, die Peter Veyder-Malberg in jahrelanger, mühsamer Handarbeit rekultiviert hat. Die verfallenen Trockensteinmauern wurden wieder aufgebaut, alte Reben erhalten und die freien Terrassen nach und nach neu mit Riesling bestockt. Die Lage ist etwas windgeschützter als die Bruck, wird aber ebenfalls jeden Abend von kühler Waldluft durchströmt. Entsprechend spät reifen die Trauben, meist mehrere Wochen nach den klassischen Lagen rund um Dürnstein und Loiben. Wie immer wird vollkommen botrytisfrei und von Hand gelesen. Das nicht entrapptes Lesegut wird nur leicht angequetscht, verbleibt drei bis vier Stunden auf der Maische und wird anschließend über sechs bis acht Stunden extrem langsam abgepresst. Spontane Vergärung und Ausbau im kleinen 320-Liter-Eichenfass. Das Holz bringt keine vordergründige Aromatik, sondern Textur, Ruhe und eine fein cremige Grundierung für die immense mineralische Spannung dieser Hochlage. Die Nase ist 2025 wunderschön klar, hell und strahlend. Limettenblatt, Zitronenmelisse und weiße Grapefruit treffen auf Muschelschale, nassen Glimmerschiefer und eine feine rauchige Spur. Dazu etwas weißer Pfirsich, frische Mandelschale und ein Hauch von Holunderblüte. Mit Luft immer ätherischer, fast schwebend, dann kommen kühle Wiesenkräuter, Zitronenthymian und ein winziger Anflug von Minze. Alles wirkt enorm präzise und fein verwoben. Nicht laut, aber mit einer gebündelten inneren Energie, die einen sofort ins Glas zieht. Der Mund ist ein pures Energiebündel. Salzzitrone, weißer Pfirsich und Grapefruitzeste schießen über die Zunge, dazu frische Kräuter, Fenchelkraut und ein feiner nussiger Ton vom kleinen Holz. Die Säure ist messerscharf, aber vollkommen integriert. Darunter liegt eine salzige, fast elektrisch vibrierende Mineralität, die den Wein kanalisiert und immer weiter nach vorne trägt. Trotz dieser wilden Energie bleibt alles ruhig, geradlinig und vollkommen harmonisch. Der Wein hat Substanz und Schmelz, aber keinerlei Schwere. Immer wieder nasser Stein, Zitrusschale und ein feinherber Gerbstoffgriff im minutenlangen Finale. Für mich ist die Brandstatt die Spitze im Portfolio von Peter Veyder-Malberg. Noch konzentrierter als die Bruck, zugleich fast schwerelos und von einer unglaublichen inneren Ruhe. Diese kanalisierte Strahlkraft aus der kühlen Mineralität des Spitzer Grabens ist schlicht überwältigend. Ein kompromissloser, puristischer Riesling, bei dem nicht die Frucht, sondern der Ort selbst spricht. Schöner geht es kaum. Ein Wunderwerk!,

Mein Winzer

Veyder Malberg

Als Winzer hat sich Peter Veyder-Malberg schon vor seiner Selbstständigkeit einen großen Namen gemacht. Jahrelang war er als Oenologe und Leiter des Schlossweingutes Graf Hardegg im Weinviertel tätig, bevor sich 2007 die Wege trennten.

Riesling Brandstatt 2025