Die Brandstatt liegt bei Elsarn tief im Spitzer Graben, direkt angrenzend an die Bruck, aber noch einmal höher auf rund 450 Metern. Eine wilde, karge Steillage aus Glimmerschiefer, die Peter Veyder-Malberg in jahrelanger, mühsamer Handarbeit rekultiviert hat. Verfallene Trockensteinmauern wurden wieder aufgebaut, alte Reben erhalten und die freien Terrassen nach und nach neu mit Riesling bepflanzt. Die Lage liegt etwas geschützter als die Bruck, wird am Abend aber ebenfalls von kühler Luft aus den umliegenden Wäldern durchströmt. Dadurch bleibt die Reife selbst in warmen Jahren langsam und differenziert. Wie immer wurde vollkommen botrytisfrei und von Hand gelesen. Das nicht entrapptes Lesegut wurde nur leicht angequetscht, verblieb drei bis vier Stunden auf der Maische und anschließend über sechs bis acht Stunden extrem langsam abgepresst. Spontane Vergärung und Ausbau im kleinen 320-Liter-Eichenfass. Das Holz tritt aromatisch kaum hervor, es gibt dem Wein vielmehr Textur, Ruhe und eine feine geschmeidige Mitte. Die Nase zeigt sich 2024 etwas tiefer, reifer und rauchiger als im besonders hellen 2025er. Pomelo, Kumquat und gelber Weinbergpfirsich treffen auf Zitronenverbene, Mandarinenzeste und eine Spur Physalis. Darunter liegen nasser Glimmerschiefer, kalter Rauch und eine feine jodige Würze. Mit Luft kommen Mandelschale, getrocknete Kamille und etwas Anis hinzu. Das ist nicht ganz so ätherisch und schwebend wie 2025, dafür dichter, wärmer in der Frucht und noch stärker vom Gestein geprägt. Eine ungemein vielschichtige, fast geheimnisvolle Nase. Der Mund kommt straff und engmaschig, zugleich mit erstaunlich viel Saft im Zentrum. Pomelo, Nektarine und kandierte Limettenschale werden von einer kühlen, salzigen Säurespur eingefangen. Dazu kommen herbe Kräuter, zerstoßene Fenchelsaat, etwas Ingwer und ein feiner nussiger Schmelz. Die Frucht ist reifer als 2025, aber keineswegs süß oder üppig. Alles wird von Schiefer, Salz und einem griffigen, fast kreidigen Gerbstoff kanalisiert. 2024 zeigt die Brandstatt weniger als pures, helles Energiebündel, sondern kompakter, würziger und etwas dunkler grundiert. Der Wein ruht stärker in sich, baut am Gaumen langsam Druck auf und wird im Nachhall immer rauchiger und salziger. Die Säure ist rassig, aber nicht schneidend, die Textur dichter und fast samtig. Ein Riesling mit gewaltiger innerer Spannung, der Kraft und Feinheit vollkommen selbstverständlich zusammenbringt. Für mich ist auch die Brandstatt 2024 die Spitze im Portfolio von Peter Veyder-Malberg. Ein tiefgründiger, puristischer Riesling, bei dem die Frucht nur den Rahmen bildet und am Ende vor allem der Ort spricht. Weniger schwebend als 2025, dafür dunkler, würziger und vielleicht noch verschlossener. Ein monumentaler Wein ohne jede Monumentalität. Ein Wunderwerk!,