Der Ausbau erfolgt hauptsächlich in großen, 52 hl fassenden Mittelberger Fässern. Ab dem Jahrgang 2019 verwendet das Weingut zusätzlich vier kleinere, speziell angefertigte Fässer mit 14 hl Fassungsvermögen. Diese Fässer sind flacher und wurden ursprünglich so gebaut, damit sie genau in den schmalen Durchgang des Kellers passen. Da die Familie vom Ergebnis so beeindruckt war, werden diese Fässer nun auch für den Montosoli verwendet. Das Weingut tauscht seine Fässer circa alle 10 bis 15 Jahre aus – also weitaus häufiger als die meisten anderen Weingüter, die mit Fässern dieser Größe arbeiten. Im Weinberg arbeitet das Team naturnah und ultraakribisch. Genau diese Qualitätsbesessenheit der Familie Abbruzzese resultiert in einer intensiven Finesse, die ihresgleichen sucht. Der Brunello Montosoli stammt aus der gleichnamigen Top-Einzellage im Norden von Montalcino. Die Lage gehörte ursprünglich zum Familienbesitz, wurde aber während schwieriger Zeiten in der Toskana vom Großvater verkauft. 2008 konnte endlich ein Teil zurückgekauft werden, und 2015 wurde der erste Jahrgang dieser Einzellage produziert. Für mich ist dieser Montosoli immer einer der vielschichtigsten und dichtesten, dabei zugleich elegantesten Weine Montalcinos. Mittleres, leuchtendes Rubinrot mit Orange und einem Hauch Kupfer. Ein betörender Duft steigt aus dem Glas: reife, konzentrierte rote Kirschen und Waldbeeren mit unglaublich schönen erdigen Aromen von gefallenem Herbstlaub, konzentrierter Blutorange, zarter Vanille, einem Hauch Zimt und süßen, animierenden braunen Gewürzen sowie weißem, schwebendem Lakritz. Süße, reife Himbeeren, duftende Walderdbeeren, zart schwebende ätherische Kräuterwürze, blonder kubanischer Tabak, würziges Blut und dann sogar etwas weiße Rose – dieser Stoff ist aromatisch so intensiv, einladend und dabei zugleich so unendlich vielschichtig! Ich möchte am liebsten ins Glas springen! Die Stilistik bei Valdicava hat sich über die Jahre gewandelt. Heute macht das Weingut Sangiovese, der so zart ist wie ein Pinot Noir. Zudem ist das Terroir hier etwas ganz Besonderes; ich bin erstaunt über die Unterschiede zum parallel probierten Brunello Madonna del Piano, der aus der direkten Nachbarlage des Montosoli stammt und sich echt völlig anders präsentiert. Die kleinste Änderung der Böden macht einen so großen Unterschied und verleiht dem finalen Wein einen komplett anderen Charakter! Dieser Montosoli hat jedenfalls eine atemberaubend schöne, verführerische Nase – duftend und schwebend. Auch in der Vielschichtigkeit steht der Wein so manchem Burgunder in nichts nach. Der Mundeintritt ist intensiv und saftig. Fabelhaft einnehmende rote und blaue Frucht mit der verführerisch verwobenen Würze von blondem Tabak, Vanille und sogar einem Hauch Kokos. Was für eine atemberaubende Spannung! Als würde mich der Wein hin und her werfen indem er von innen gegen die Mundwand boxt, um die Seiten kurz darauf wieder sanft zu streicheln. Eine Orgie aus Heiß und Kalt. Das ist schon ein beinahe unglaublich schöner Wein, obwohl er momentan noch so jung ist. Vielleicht ist es gerade diese jugendliche Energie, die ihn so besonders macht. Die Tannine sind fein geschliffen und bauen sich sanft in der Breite des Mundes auf. Auch die Frische des Weins legt sich beinahe schwebend wie eine Feder auf die Seiten der Zunge. Im Nachhall bleibt Orangenabrieb auf roter Frucht mit einem Hauch exotischer und erotischer Tonkabohne sowie Vanille saftig und tänzelnd am Gaumen. Unglaublich schick und attraktiv! Der Wein macht im November 2025 – kurz vor seinem Markteintritt – bereits viel Freude, ist schon zugänglich, wird aber ohne Frage in zwei bis drei Jahren noch an Schönheit gewinnen. Es gibt nur 6.000 bis 7.000 Flaschen von diesem großen Stoff!