Lobenberg: Eine leichte geneigte Ost-Lage auf knapp 300 Metern. Die Aligoté Doré-Stöcke sind 1949 gepflanzt, das ist der hochwertigere Aligoté. Alle Weine bei Sylvain entstehen in biodynamischer Weinbergsarbeit, Und Charme aux Pretres ist von der Qualität ganz klar ein 1er Cru. Auch wenn die INAO das vielleicht nicht berücksichtigt, aber es ist definitiv ein Boden und eine resultierende Weinqualität, die locker 1er Cru Niveau darstellt. Handlese mit kleinsten Erträgen, alles macht der Großmeister höchstpersönlich. Alles wird spontanvergoren. Das Ausgangsmaterial wird angequetscht und dann als Ganztraube auf der kleinen Korbpresse über mehrere Stunden gekeltert. Sylvain Pataille mag keinen Schalenkontakt bei Weißweinen, weil er nicht mag wie es die Aromatik verändert. Der Most geht dann ungeklärt, ungeschwefelt und unbearbeitet direkt ins Holz in die Spontangärung. Charme aux Pretres hat einen sehr komplexen Boden mit rotbraunem Mergel über mehreren Kalksteinschichten verschiedener Zeitalter. Der Charme aux Pretres duftet so typisch für Sylvain Pataille, ist quasi wie sein Signature-Wein. Charme aux Pretres hat im Chardonnay und Aligoté immer eine sehr eigene Aromatik, sticht immer heraus. Weißer und grüner Tee, Krautwürze, weißer Pfirsich, Limettenzesten. Er trifft den Mund wie ein Blitzeinschlag. Les Champs Forey war schon super, aber dieser Charme aux Pretres setzt an vielen Enden nochmal einen drauf. Er ist noch etwas wilder, noch etwas nussiger, oxidativer und intensiver in allen Facetten. Die besten 2023er erinnern mich etwas an die grandiosen 2017er, weil wir einen konzentrierten Kern und zugleich diese brachiale Energie haben. Er wird sicher 10 Jahre und weit länger halten. Ein grandioser Aligoté.