Wie auch beim Chardonnay, ist der Kapellenberg die wichtigste Spätburgunder-Herkunft von Seckinger – und hier steht auch der älteste Weinberg des Projekts. Rund 25 Jahre alte Reben wachsen auf reinem Kalkstein-Ton-Boden im südlichsten Teil der Lage. Die Kombination aus Geisenheimer Klonen und burgundischen Massale-Selektionen liefert extrem konzentriertes Traubenmaterial. Der Ertrag für den Lagenwein ist wirklich minimal – nur etwa 900 Liter pro Hektar. Ausgebaut wird der Wein in erstbelegten François Frères Barriques. In der Nase sofort deutlich dichter als die anderen beiden Spätburgunder. Dunkle Kirsche, Sauerkirsche und Himbeere, dazu etwas Pflaume. Dahinter feine Gewürznoten, Kakao, ein Hauch Veilchen und etwas Rauch vom Holz. Am Gaumen kraftvoller und strukturierter, aber trotzdem erstaunlich elegant. Viel saftige Kirschfrucht, dazu diese kalkige Spannung, die den Wein präzise hält. Die Tannine sind fein, aber präsent und geben Länge. Das Finale ist lang, würzig und von tiefer Kirschfrucht getragen. Gerade weil Seckinger bisher vor allem für seine kompromisslosen Weißweine bekannt ist, überrascht dieser erste Spätburgunder-Jahrgang umso mehr. Der Kapellenberg zeigt schon jetzt echtes Potenzial und ist ein ernsthafter Pinot vom Kalk, der in Zukunft sicher noch für einiges Aufsehen sorgen wird.