2024 hat sich Seckinger endlich an ein Thema gewagt, das viele schon lange erwartet haben: Spätburgunder. Und gleich vorweg; das Ergebnis ist erstaunlich beeindruckend für einen ersten Jahrgang. Der Maikammer Ortswein stammt aus zwei Parzellen im Kapellenberg. Eine liegt direkt am Waldrand auf Ton mit etwas Buntsandsteinauflage, die andere auf dem typischen Kalkstein-Ton-Gemisch der Lage. Dazu eine spannende Mischung aus burgundischen Massale-Selektionen und Geisenheimer Klonen. Alle Trauben wurden entrappt, während der Gärung nur Remontage, kein Stoßen. Der Ausbau erfolgt zwei Winter lang in zweitbelegten François Frères Barriques, ganz auf Eleganz ausgelegt. Die Nase ist sofort sehr fein und einladend: rote Kirsche, Himbeere und etwas Johannisbeere, dazu Hagebutte und ein Hauch Waldboden. Mit Luft kommen zarte Kräuterwürze, etwas Unterholz und eine feine rauchige Note dazu. Am Gaumen saftig und elegant. Sauerkirsche, rote Beeren, ein Hauch Cranberry. Die Tannine sind fein und seidig, die Frische trägt den Wein wunderbar. Dahinter eine leichte mineralische Spannung. Der Wein bleibt schlank, präzise und unglaublich trinkig. Das ist für einen Debütjahrgang schon erstaunlich balanciert und sehr stimmig.